Warum du mit jemandem zusammen sein solltest, der ein klein wenig crazy ist

Es gibt Menschen, die fallen auf. Sie sind anders. Aber was heißt das schon. Sind wir nicht alle anders? Und wie viel davon ist eigentlich gut für die Partnerschaft?

Eine Fallgeschichte

Alle rieten ihr davon ab. Er ist ein Freak, lass die Finger davon, sagte ihre Freundin. Aber sie mochte seine Besonderheit von Anfang an. Für Ihr erstes Date, schlug er das Planetarium vor. Er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „Pluto for Planet“. Bei selbstgebackenen und -geschmierten Broten, die er für sie beide mitgebracht hatte, erzählte er ihr später, dass er sich dafür einsetze, dass Pluto seinen Planentenstatus wiedererhält. Astronomie ist nur eine seiner Leidenschaften.  Als sie gemeinsam zum Essen bei Freunden eingeladen waren, trug er einen sehr auffällig karierten Anzug, der gut als Kostüm hätte durchgehen können.  Er brachte statt Blumen oder Wein für die Gastgeber, eine kleinere Reisetasche mit, die er auf einer der Fundsachen- und Kofferauktionen am Flughafen ersteigert hatte. Er besucht diese Versteigerungen regelmäßig, weil er es spannend findet, sich vom Inhalt der verloren gegangenen Koffer und Taschen überraschen zu lassen. Ihre Freunde waren zwar etwas irritiert, aber letztlich kam das etwas skurrile Gastgeschenk gut an und das gemeinsame Entdecken des unbekannten Inhalts war ein großer Spaß.

Ein wenig seltsam war er ja schon. Eben anders als die anderen. Und auch anders als sie. Das alles ist nun 15 Jahre her. Mittlerweile sind sie verheiratet. Und glücklich. Erst neulich mussten sie wieder über einander lachen. Er hat die Angewohnheit aus jedem gemeinsamen Urlaub drei Dinge, die er irgendwo zufällig findet, mitzunehmen. Es sind ganz verschiedenen Sachen, von getrockneten Blumensamen bis zu im Sand liegenden Telefonen. Es war auch schon mal ein Sari dabei, in der Regel aber irgendwelche Steine jedweder Größe. Sie mussten nicht nur einmal Übergepäck am Flughafen bezahlen oder wurden vom Zoll angehalten, weil mitgebrachte Dinge nicht identifiziert werden konnten. Mittlerweile stehen sie einander zuzwinkernd daneben und denken sich: „Wenn wir fünf Kilogramm Kosmetik und 19 Paar Strumpfhosen von Berlin in die Wüste und wieder zurück transportieren können, dann werden wir auch an einem Felsstein aus dem Himalaya nicht zu schwer zu tragen haben.“  Denn das mit der Kosmetik und den Strumpfhosen ist ihr Spleen. Jedem die eigene Macke eben.

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