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Machtspiele in der Beziehung: Warum sie die Liebe gefährden

Machtspiele in der Beziehung sorgen für Stress und Streit, denn Liebe und Macht passen nicht zusammen. So können Sie Machtspiele erkennen und beenden

Wann haben Sie das zum letzten Mal erlebt: Ihr Display leuchtet auf, Sie greifen sofort zum Handy, um zu sehen, von wem die Nachricht ist. Denn Sie warten auf eine Antwort Ihres Partners und das schon seit Stunden.

Sicher, es gibt gute Gründe, warum jemand nicht auf eine Nachricht antwortet oder nicht zurückruft – Stress bei der Arbeit, kaum noch Akku oder ein Funkloch zum Beispiel. In vielen Fällen sind unbeantwortete Nachrichten aber auch ein Ausdruck von Macht. Und davon kann eine Beziehung langfristig Schaden nehmen.

Wie erkennt man Machtspiele in der Beziehung?

Denn Liebe und Macht sind natürliche Gegenspieler; in einer gesunden Beziehung agieren die Partner auf Augenhöhe, sie respektieren einander und geben aufeinander acht. Damit das gelingen kann, müssen die Bedürfnisse des einen mit den Bedürfnissen des anderen in Einklang gebracht werden. Sobald einer darauf erpicht ist, nur seine eigenen Interessen durchzusetzen, entsteht ein Machtgefälle.

Machtspiele in Ihrer Beziehung erkennen

Folgende Situationen können Aufschluss über das Machtgefälle in Ihrer Partnerschaft geben:

  • Wer von Ihnen entscheidet, ob und wie oft Sie sich sehen?
  • Wer meldet sich meistens zuerst?
  • Wer von Ihnen hat den größeren Redeanteil an einem Gespräch? Wer ist öfter der Zuhörer?
  • Wer bestimmt darüber, was Sie zusammen unternehmen?
  • Wer entscheidet, wie oft Sie Sex haben?
  • Wer bringt öfter Kritik an der Beziehung oder dem Partner an? Wer macht häufiger Komplimente?

Lautet die Antwort überwiegend „Ihr Partner“, ist er derjenige, der mehr Macht in der Beziehung ausübt.

Und wie kommt man da wieder raus?

Wie aber sollten Sie am besten damit umgehen, wenn Sie die Machtspiele Ihres Partner erkannt haben? Die entscheidende Frage, die Sie sich stellen müssen, ist: Wie fühlen Sie sich dabei? Verletzt oder belastet es Sie, dass Ihr Partner meistens den Ton in der Beziehung angibt? Dann sollten Sie es unbedingt ansprechen.

Wenn der andere wirklich der Mensch ist, in den Sie sich verliebt haben, wird er auf Ihre ehrliche Gefühlsoffenbarung mit Verständnis und – idealerweise – Einsicht reagieren. Doch reden allein hilft nicht immer, denn es ist oft nicht leicht, solche Verhaltensweisen abzulegen oder gar bei sich selbst zu erkennen. Darum ist es ebenso wichtig, dass Sie Konsequenzen ziehen.

Nicht immer ist nur der Partner schuld

Die Münchner Paartherapeutin Ulrike Dahm gibt in ihrem Buch „Schattenheilung“ zum Beispiel folgenden Rat: Anstatt sich Ihrem Ohnmachtsgefühl zu ergeben, sollten Sie die Aufmerksamkeit und Energie, die Sie bislang in Ihre Beziehung investiert haben, auf andere Lebensbereiche umleiten. Unternehmen Sie häufiger etwas mit Freunden, verfolgen Sie Ihre eigenen Projekte und Hobbys. Sobald Ihr Partner merkt, dass Ihre Nähe keine Selbstverständlichkeit ist, sondern etwas, das er sich erarbeiten muss, wird er seine Machtspiele aufgeben und auf Sie zugehen. Denn Liebe und Macht vertragen sich auf Dauer nicht.

Gleichzeitig weist Dahm darauf hin, dass das Problem nicht immer nur beim Partner liegt. Über ihre eigene Beziehung schreibt sie etwa: „Es kostete mich viel Zeit und Mühe, mich mir selbst zuzuwenden, statt mich gegen ihn zu stellen.“

So lassen sich Machtspiele in Beziehungen am besten beenden, indem Sie selbst lernen, Ihre eigene Persönlichkeit und Ihre Bedürfnisse mit denen Ihres Partners zu vereinbaren, anstatt Sie gegeneinander aufzuwiegen. Um eine Beziehung auf Augenhöhe führen zu können, sei es zunächst wichtig, sich nicht selbst andauernd als das Opfer zu sehen.

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