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Lust und Liebe nach der Schwangerschaft

Wenn aus Liebenden Eltern werden, scheint auf den ersten Blick alles perfekt. Doch gerade für Intimität und Zweisamkeit bedeutet es häufig Probleme, weiß Gastautorin Anja Drews

Man schmiedet Pläne für die Zukunft und freut sich auf das neue Leben. Stolz streicht der werdende Vater über den wachsenden Bauch, präsentiert sich die Frau als „Mutterschiff“, wie es so schön auf den bedruckten T-Shirts heißt. Auf den zweiten Blick verändert sich die Beziehung durch die Geburt so grundlegend, dass es viele Paare eiskalt erwischt und in eine tiefe Krise stürzt. Denn mit einem Mal steht nicht mehr die Liebe zueinander im Vordergrund – sondern das neue Familienmitglied. Und das bringt alles durcheinander. Es beansprucht rund um die Uhr die Aufmerksamkeit der Mutter, sorgt für Schlafentzug und lässt die Erotik für eine Weile komplett verschwinden. Es sind zumeist die Mütter, denen jede Lust abhanden kommt. Das Baby nimmt all ihre körperliche und seelische Aufmerksamkeit in Anspruch. Ihr Bedarf an Zärtlichkeit ist durch Nähe und Intimität mit dem Kind bereits gedeckt, so dass nur noch wenig Raum für den Partner bleibt. Aber auch junge Väter sind zuweilen überfordert mit den Veränderungen. Immerhin ist der Körper der Geliebten, bisher eine Quelle der Lust und Leidenschaft, auf seine natürlichen Funktionen beschränkt. Kein Wunder, wenn da Berührungsängste aufkommen.

 Wo bleibt die Lust und wie kann man sie wiederbeleben?

  • Ein Baby bedeutet gerade in der Anfangszeit Stress pur. Wer aber unter Stress leidet, hat selten Lust. Den wenigsten steht der Sinn nach Intimität, wenn sie abends erschöpft ins Bett fallen. Schaffen Sie Ruhezonen! Gibt es die Möglichkeit, ab und zu einen Tag oder einen Abend für sich zu haben? Vielleicht sogar einmal ein ganzes Wochenende, an dem das Paar nur für sich da sein kann? Ist der Nachwuchs schon etwas älter, sorgt es durchaus für Entspannung, im abgeschlossenen Schlafzimmer ungestört zu sein und keine ungebetenen Zuschauer befürchten zu müssen.
  • So sehr viele Frauen ihre Schwangerschaft genießen, so oft fühlen sie sich hinterher in ihrem veränderten Körper unwohl und unsicher. Sind sie noch attraktiv genug für ihren Partner? Die Brüste sind empfindlich und der Bauch noch nicht zurückgebildet. Auch tragen die neue Rolle als Mutter und die Fremdbestimmung durch das Baby nicht unbedingt dazu bei, sich als Frau und Geliebte zu sehen. Da ist Fingerspitzengefühl des Partners angesagt, um der Geliebten wieder das nötige Selbstvertrauen zu schenken.
  • Bis die Geburtswunden verheilt sind und ein Liebesleben theoretisch wieder möglich ist, dauert es nach der Geburt sechs bis acht Wochen. Testen Sie vorsichtig aus, wie weit Sie gehen möchten. Überfordern Sie sich nicht und weichen Sie auf andere Möglichkeiten aus, wenn Ihnen der Verkehr unangenehm ist.
  • Vielen Männern reichen Zärtlichkeit und Nähe nicht aus, um ihre Liebe zu zeigen. Sie möchten dann auch gern mit ihrer Partnerin schlafen. Dadurch allerdings fühlen sich viele Frauen gerade in dieser Situation schnell bedrängt. Es scheint ihm nur ums Bett, nicht aber um seine Partnerin zu gehen. Und der Mann bekommt durch die abwehrende Haltung zunehmend das Gefühl, seine Partnerin liebe ihn nicht mehr. Mein Tipp: Nehmen Sie sich als Mann zurück und belassen Sie es einfach einmal bei einer selbstlosen Umarmung oder einer wohltuenden Massage. Ihre Partnerin kann sich viel besser entspannen und hat dann mit Sicherheit auch eher mal Lust auf körperliche Nähe. Denken Sie als Frau daran, dass ein Liebesspiel für Männer ein Weg ist, sich Ihrer Liebe zu vergewissern. Wenn Sie keine Lustgefühle haben, zeigen Sie ihm auf andere Weise oder sagen Sie ihm, dass Sie ihn immer noch lieben und dass er ganz wichtig für Sie ist. Sprechen Sie über Ihre Gefühle!
  • Versuchen Sie als Mann, die Belastung Ihrer Frau wahrzunehmen. Unterstützen Sie sie, wo Sie können und lassen Sie ihr den Freiraum, den sie braucht. Ihre Wertschätzung ist ganz wichtig für das Gleichgewicht in der Partnerschaft. Damit stärken Sie das Wir-Gefühl und demonstrieren eine Einheit. Und nur, wenn Sie sich für die Bedürfnisse Ihrer Partnerin interessieren, wird diese bereit sein, auch auf Ihre einzugehen.

Wer um die Veränderungen weiß, die ein Baby mit sich bringt und Vertrauen in den Partner hat, wer sich gegenseitig Verständnis und Anerkennung entgegenbringt, für den ist es viel einfacher, diese erste Zeit zu dritt gemeinsam durchzustehen. Wenn sich die Situation aber nach einem Jahr noch nicht wieder eingependelt hat oder ein Partner stark unter der Situation leidet, sollte man überlegen, mit jemandem zu sprechen und mögliche Kommunikationsprobleme aufzuarbeiten. Sind die Kinder erst einmal größer und nehmen nicht mehr so viel Raum ein, kann auch zum Partner wieder eine größere Nähe entstehen. Die Beziehung wird wieder wichtiger. Und dann kann es sogar passieren, dass ein Paar seine Zweisamkeit ganz neu entdeckt.

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Über den Autor/die Autorin

Anja Drews

„In der Liebe gibt es nichts, was es nicht gibt“ - Unter diesem Motto widmet sich die Diplom-Sexualpädagogin allen Fragen rund um Partnerschaft und Sexualität. In ihrem Blog und auch in ihrem Podcast schreibt und redet sie über alles, was unsere Sexualität betrifft. Informativ. Unterhaltsam. Aufklärend.