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Keine Angst vor Paarsymbiose

Je länger ein Paar zusammen ist, desto ähnlicher wird es sich auch optisch. Sogar Mimik, Gestik, Sprachmelodie, Stimme, Schlafrhythmus und Bakterienflora gleichen sich an. Bis auf letzteres, allesamt Anzeichen für eine harmonische Partnerschaft

Wenn Paare nach zehn Jahren hören, dass sie glatt als Geschwister durchgehen könnten, mag das die Liebenden irritieren. Dabei ist es eigentlich ein Kompliment – es sei denn, die Aussage begründet sich auf einen präpensionären Partnerlook á la Jack Wolfskin. So hat ein Wissenschaftler der Universität Michigan bewiesen, dass insbesondere glückliche Paare mit der Zeit immer ähnlichere Gesichtszüge aufweisen. Nach einer Beziehungsdauer von 25 Jahren ähneln sich viele Paare derart, dass selbst Unbekannte eine Zusammengehörigkeit identifizieren.

Spuren gemeinsamer Erfahrungen

Zwar werden bereits bei der Partnerwahl unbewusst Kandidaten bevorzugt, deren Gesichtszüge den eigenen ähneln. Und auch eine jahrelang ähnliche Ernährungsweise und Lebensführung spielt gewiss eine Rolle bei der Annäherung des physischen Erscheinungsbildes. Doch das Forscherteam um den US-Psychologen Robert Zajonc hatte noch eine weitere Erklärung für diesen ansehnlichen physischen Partnerlook: Jahrzehntelanges gemeinsames Lachen aber auch Weinen lässt ähnliche Lach- und Sorgenfalten in den Gesichtern der Partner entstehen. Gemeinsam gemachte Erfahrungen hinterlassen also dieselben Merkmale in den Gesichtern eines innig verbundenen Paares.

Prägungen unbewusster Nachahmung

Doch nicht nur gemeinsame Erfahrungen schlagen sich äußerlich nieder. Auch das unbewusste Nachahmen der Mimik des geliebten Gegenübers führt dazu, dass sich Paare mit der Zeit immer ähnlicher sehen. Die gewohnheitsmäßige Betätigung der immer gleichen Gesichtsmuskeln führt auch hierbei zu langfristigen Veränderungen von Gesichtsmerkmalen. Tauschen sich Paare über die Jahre also kontinuierlich viel aus, gleicht sich auch deren Mimik an. Und nicht nur diese. Auch Körperhaltung, Satzmelodie und Stimmungslagen werden unbewusst imitiert und adaptiert. Emotionales Spiegeln oder Mimikry heißt dieses Phänomen in der Fachwelt. Vielen wird der Begriff Chamäleon Effekt geläufiger sein.

„Spiegelst du mich noch?“

So ist der Chamäleon Effekt beim Flirten besonders ausgeprägt. Körperbewegungen synchronisieren sich, der „Nachahmer“ wird automatisch als anziehend empfunden. Denn die imitierte Mimik und Gestik signalisiert, auf derselben Wellenlänge zu sein. Doch auch im weiteren Beziehungsverlauf bleiben die Spiegelneuronen aktiv. Zumindest in harmonischen Partnerschaften. Paare, die mehr oder weniger aneinander vorbeileben, spiegeln sich nicht mehr emotional. Gegenseitiger Blickkontakt wird dann eher vermieden und die Bereitschaft, sich auf die Stimmungen und die Gefühlswelt des anderen einzulassen, verschwindet.

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Über den Autor/die Autorin

Kirsten Schwieger

Kirsten Schwieger ist freiberufliche Journalistin und findet, dass auch Mutterliebe die Hormone ganz schön zum Tanzen bringt.