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„Hilfe, ich bin zu anhänglich!“ – 7 Tipps bei allzu starker Anhänglichkeit

Anhänglichkeit in extremen Ausprägungen kann eine Beziehung regelrecht „erdrücken“. Sieben Tipps, wie sich stark anhängliche Menschen etwas unabhängiger von ihrem Partner machen können und dadurch gleichzeitig die Beziehung stärken

Mia, die Anhängliche

Mia (Name geändert) ist 25 und seit stolzen sieben Jahren mit Johnny zusammen. Beide ergänzten sich in ihren Persönlichkeiten bisher sehr gut. Johnny ist aufgeschlossen, kontaktfreudig und fühlt sich in großen Gruppen pudelwohl. Dafür mangelt es ihm ein bisschen an Ordnung und Organisationstalent. Er ist ein „lässiger Socializer“, der den Tag nimmt, wie er eben kommt. Mia hingegen fühlt sich in den eigenen vier Wänden am wohlsten, ihrem „Nest“, wie sie es nennt. Dieses Nest, das sie seit inzwischen zwei Jahren mit Johnny teilt, hat sie liebevoll eingerichtet und zu einer echten Wohlfühl-Oase gestaltet. Sie hat einige enge Freundinnen und pflegt einen intensiven Kontakt zu ihrer Familie; große Gruppen, vor allem mit vielen Fremden, bereiten ihr hingegen Angst.

Mia und Johnny ergänzen sich gut und respektieren sich in ihrer Verschiedenheit, allerdings verspürt Mia seit einiger Zeit ein deutliches Unbehagen in ihrer Beziehung. Und dieses Unbehagen hat eine konkrete Ursache: Vor einigen Monaten teilte ihr Johnny mit, demnächst mal ein paar Tage mit seinen Jungs alleine verreisen zu wollen. „Wandern in Griechenland oder vielleicht ein Städtetrip nach Barcelona, mal schauen …“ Sie verstand die Welt nicht mehr. Wie konnte ihr Freund, den sie so gut zu kennen glaubte, einfach so ohne sie wegfahren wollen? Sie schluckte ihren Ärger herunter, aber natürlich spürte Johnny bald, dass ihr etwas auf der Seele lag und kitzelte es aus ihr heraus. Es kam zum ersten ernsthaften Streit der beiden, an dessen Ende der Satz fiel: „Du bist manchmal echt so eine richtige Klette, Mia!“ Die Atmosphäre ihrer Beziehung war danach für mehrere Wochen vergiftet, bis Johnny Mia schließlich genervt mitteilte, dass er nicht an dem Trip mit seinen Jungs teilnehmen werde.

Einige Zeit und viele Grübelschleifen später erzählte Mia ihrer besten Freundin von dem Vorfall. „Findest du auch, dass ich eine Klette bin?“ Nach einigen diplomatischen Beschwichtigungen meinte Mias Freundin dann schließlich: „Ich glaube, es wäre vielleicht ganz gut, wenn du manchmal etwas mehr loslassen und vertrauen würdest und gleichzeitig deine eigenen Bedürfnisse ernster nehmen würdest.“

Tja, leichter gesagt, als getan, dachte sich Mia.

Anhänglichkeit und Beziehungen: Positive und negative Seiten dieses Persönlichkeitsstils

Mia ist offenbar eine sehr anhängliche Person. Das heißt, sie liebt und braucht es, sich an einen Partner (oder andere vertraute Menschen) anzulehnen, sich bei ihm in Sicherheit und aufgehoben zu fühlen. Ihre Fähigkeit, eine intensive, tiefe Beziehung einzugehen, geht dabei bis zu einem Symbiose- und Verschmelzungswunsch. Unbedingte Treue und Loyalität sind ihr überaus wichtig. Und wenn eine Beziehung ihr all dies ermöglicht, ist sie gerne bereit, alles für ihren Partner zu tun und sich ganz für ihn aufzureiben. Damit es ihm und der Beziehung gut geht. Anhängliche Menschen sind wunderbare Partner – ganz einfach, weil sie sehr sensible Antennen haben, ein feines Gespür für Stimmungen und Gefühle, und weil sie es vermögen, eine harmonische Atmosphäre zu schaffen.

Doch es gibt auch Schattenseiten dieses Persönlichkeitsstils, insbesondere dann, wenn er sehr stark ausgeprägt ist. Denn sehr anhängliche Menschen neigen dazu:

  • sich zu viel gefallen zu lassen
  • Anderen zu sehr entgegenzukommen
  • sich für Andere aufzuopfern
  • sich zu stark von Anderen abhängig zu machen (mit der Folge, dass sie leicht ausgenutzt werden)
  • kein Contra zu geben bzw. ihre Meinungen und Bedürfnisse offen zu äußern (die eigenen Bedürfnisse werden denjenigen der engen Bezugsperson(en) untergeordnet)
  • immer und voreilig „ja“ zu sagen, selbst wenn ihr Bauch „nein“ grummelt
  • Andere um Erlaubnis zu fragen, selbst wenn es keinen Grund dafür gibt („Ist es okay, dass ich …?“)
  • starke Angst vor Einsamkeit und Phasen des Alleinseins zu haben (so auch bei Mia)
  • starke Verlustängste zu spüren und sich viele (meist unbegründete) Sorgen zu machen
  • entscheidungsschwach zu sein (viele Entscheidungen überlassen sie gerne dem Partner oder anderen Vertrauenspersonen)
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Über den Autor/die Autorin

André Martens

André Martens ist Philosoph und Psychologe. Er schreibt leidenschaftlich gern - nicht zuletzt über die Liebe. Ob wir uns diesem Phänomen mit Worten tatsächlich annähern können, ist seine große Lebensfrage. Und solange er die Antwort nicht kennt, schreibt er fleißig weiter.