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Das Leben findet jetzt statt. Akzeptiere Dich, wie Du bist

Kennt ihr das Gefühl, ein Großteil eurer täglichen Entscheidungen mit Blick auf die nahe bis ferne Zukunft zu treffen? Ob erste gemeinsame Wohnung, Heiratspläne oder Kinderwunsch: beziehungsweise-Autor Jonathan Bern berichtet, warum es so wichtig ist, im hier und jetzt zu leben

Je älter ich werde, desto wichtiger erscheint es mir, im hier und jetzt zu leben. In meinen früheren Beziehungen hatte ich immer das Bedürfnis, Pläne für die Zukunft zu schmieden. Ich glaube, damit versuchte ich einige Probleme der Gegenwart zu verdrängen. Eine gemeinsame Vision schweißt ein Paar zusammen. Und das fand ich damals richtig. Im Nachhinein ist mir bewusst geworden, dass ich mich in den meisten Fällen an die Wünsche meiner Partnerinnen angepasst habe. Ich wurde nicht gezwungen, mit jemandem zusammenzuziehen oder zu heiraten. Als diese Entscheidungen gemeinsam getroffen wurden, siegte vor allem die Vernunft. Ich hatte die naive Hoffnung, dass Konflikte durch die Kraft der Liebe gelöst werden könnten. Dieser Plan ging meistens nicht in Erfüllung, wie sich später herausstellte.

Ich klammerte mich am Prinzip Hoffnung

Während meiner ganzen Kindheit haben immer andere Menschen über mein Schicksal entschieden. Ich wurde jahrelang in Internate abgeschoben und lebte damals von der Hoffnung, dass mein Leben sich eines Tages bessern würde. Ich versetzte mich in eine Traumwelt voller Geborgenheit, nur um den traurigen Alltag ertragen zu können. Dieses Muster wiederholte ich in meinen Beziehungen.

Probleme blendete ich aus, weil ich nicht gelernt hatte, mich damit auseinanderzusetzen. Ich konnte meine Befürchtungen auch nicht wirklich erklären, deshalb fiel es mir so schwer, sie zu thematisieren. Ich klammerte mich am Prinzip Hoffnung fest und war es gewohnt, einiges auszuhalten. Leider kam irgendwann immer wieder der Morgen, an dem ich das Gefühl hatte, neben einer fremden Frau aufzuwachen. Ich fragte mich, was mit unserer Leidenschaft passiert war. Meine Ängste hatten wieder einmal gesiegt und die Vision einer gemeinsamen Zukunft hatte sich in Luft aufgelöst.

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Über den Autor/die Autorin

Jonathan Bern

Jonathan Bern ist teils in Deutschland und teils in Frankreich aufgewachsen. Seine Wahlheimat bleibt Nizza, wo er mit 17 auf die merkwürdige Idee kam, einen Magister in Germanistik zu machen. In dieser Zeit schrieb er einen Artikel für die renommierteste französische Zeitung "Le Monde" und beschloss Journalist zu werden. Die Zeitung, bei der er einen Job fand, musste nach einem Jahr Konkurs anmelden und so landete er bei einer Airline, um seine Miete zu zahlen. Seitdem träumt er davon, irgendwann ein Buch zu schreiben..