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Woher weiß man, dass es Liebe ist?

Schmetterlinge im Bauch, die rosarote Brille auf der Nase, ein wild klopfendes Herz … Metaphern fürs Verliebtsein gibt es viele. Doch woher weiß man, dass es wirklich Liebe ist und nicht nur ein flüchtiges Gefühl für eine andere Person? Dieser Frage ist unsere Autorin Jana Seelig in ihrer neuen Kolumne auf den Grund gegangen

Es ist ein relativ angenehmer Wintertag und meine beste Freundin und ich haben es uns gerade mit einem Becher heißem Kaffee samt Lebkuchengewürz und Sahne auf einer Bank in einem Frankfurter Park bequem bemacht. Sie ist nun bereits zwei Jahre mit ihrem Freund zusammen, ich ein knappes halbes Jahr mit meinem. Wir unterhalten uns gerade darüber, was wir unseren Partnern zu Weihnachten schenken wollen, als meine beste Freundin mir die Frage stellt: „Woher weiß man eigentlich, dass es Liebe ist?“

Ich nehme einen Schluck von meinem Heißgetränk, während sie fortfährt: „Also, woher weißt zum Beispiel du, dass das mit deinem jetzigen Freund wirklich die große Liebe ist? Und nicht nur eine dieser Beziehungen, die drei, vier Jahre lang halten, und dann aber in die Brüche gehen, weil man feststellt, dass es eben doch nicht ganz das Wahre war?“

„Kann man sowas überhaupt wissen?“, werfe ich als Gegenfrage in den Raum. „Ist das nicht mehr ein Gefühl, das man einfach hat – oder eben nicht?“ „Hm“, antwortet meine beste Freundin. „Ich glaube nicht, dass es nur ein Gefühl ist, so etwas ändert sich ja viel zu schnell. Also wenn man mit ‚Gefühlen’ Emotionen meint.“ „Meine so genannten ‚Emotionen’“, sage ich und male dabei große Anführungszeichen mit meiner freien Hand in die kühle Luft, „ändern sich circa 100 Mal am Tag, auf die ist also schon mal kein Verlass, wenn es um so große Fragen geht wie ‚Woher weiß man denn, ob es wirklich Liebe ist oder vielleicht doch nur eine Geschmacksverirrung von mehreren Jahren Dauer?’“ Meine beste Freundin fängt an zu lachen und auch ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Das, was du über deine Emotionen sagst, ist auf jeden Fall wahr, Jana!“, sagt sie und fährt fort: „Nun, was machen deine Geschmacksverirrung und du denn an den Feiertagen?“

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Über den Autor/die Autorin

Jana Seelig

Jana Seelig ist jung und schön, sie hat einen großen Freundeskreis, sie liebt ihren Beruf – und sie hat Depressionen. Es gibt Tage, an denen geht gar nichts. Dann muss sie sich oft gut gemeinte Ratschläge anhören, die zeigen, wie wenig ihr Umfeld eigentlich versteht, wie es ist, wenn man nichts mehr fühlt.