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Was macht die Nähe-Phobie (nach Corona) mit uns?

Jemanden zu umarmen oder sich wie gewohnt zur Begrüßung auf die Wange zu küssen kommt einem aktuell sehr komisch vor. Wird sich das wieder ändern?

Im Normalfall begrüße ich meine Arbeitskolleg*innen jeden Morgen mit einer Umarmung, meine Freund*innen mit einem Kuss auf die Wange und in manchen Fällen – wie zum Beispiel bei meiner besten Freundin – sogar auf den Mund. Aktuell verzichte ich auf all das und setze auf das gute alte Winken zur Begrüßung – ja, auch dann, wenn ich mich mit meiner besten Freundin treffe. Schließlich gelten nach wie vor in ganz Deutschland bestimmte Abstandsregeln, an die ich mich, auch wenn ich meinem Alltag schon fast wieder „normal“ nachgehen kann, halte.

Berührungen, selbst wenn ich sie nur in Filmen sehe, kommen mir zum jetzigen Zeitpunkt komisch, ja sogar fast schon fremd vor. Und das obwohl ich eigentlich ein Mensch bin, der generell eher viel Körperkontakt zu seinen engen Freund*innen sucht. Ich würde nicht sagen, dass Nähe zu anderen Menschen mit Angst verbunden ist, doch ein mulmiges Gefühl habe ich schon dabei, selbst bei Personen, die mir emotional nahestehen. Und vielen meiner Freund*innen geht es genauso.

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Das Corona-Virus beschäftigt uns trotz der Lockerungen, die von der Regierung beschlossen wurden, nach wie vor. Und wir haben fast alle dieselben Fragen, die uns nach der Zeit der totalen Isolation besonders beschäftigen: Können wir in einigen Monaten wieder unbeschwert auf Konzerte oder zu Fußballspielen gehen oder bleibt das mulmige Gefühl? Und was macht die fast vollständige Reduktion von Körperkontakt zu Freunden und Familie schon jetzt mit uns?

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Über den Autor/die Autorin

Jana Seelig

Jana Seelig ist jung und schön, sie hat einen großen Freundeskreis, sie liebt ihren Beruf – und sie hat Depressionen. Es gibt Tage, an denen geht gar nichts. Dann muss sie sich oft gut gemeinte Ratschläge anhören, die zeigen, wie wenig ihr Umfeld eigentlich versteht, wie es ist, wenn man nichts mehr fühlt.