Über Beziehungswüsten und Ruheoasen

Was teilen Sie in Ihrer Beziehung mit Ihrem Partner? Wo schließen Sie sich aus? Wo lassen Sie Nähe zu? Muss absolute Nähe sein?

Nähe. DAS Ding in Beziehungen. Am besten sollte man den ganzen Tag aufeinander hocken. Alles zu zweit machen. Nur noch als homogene Masse wahrgenommen werden. Auch wenn es einen ausmergelt. Halt! Stop! Nein natürlich nicht!

Absolute Nähe muss nicht sein. Genau genommen ist sie sogar ziemlich schädlich für die Beziehung. Jeder braucht seine Freiräume. Seine Geheimnisse – natürlich kommt es auf die Geheimnisse an. Sonst wird’s ganz schnell dröge. Schnell hat man sich nichts mehr zu erzählen. Ausgezehrt schleppt sich die Beziehung dann nur noch so durch die Wüste. Die nächste Oase: nur eine Fata Morgana. Dabei ist sie lebenswichtig.

Einsame Oasen der Ruhe. Sie erfrischen und beleben den Beziehungsalltag. Voller Vitalität kann man nach einem Aufenthalt in solch einer Oase durch die Weiten der Beziehungswüste stapfen, ohne auf der Reise zu verdursten. Freiheit ist essenziell. Jeder braucht seine Oasen. Sei es der Sport, der Stammtisch oder die Theaterprobe. Jeder sollte sich diese bewahren. Als Unterschlupf. Einen Ort, an dem man sich von seinem Partner zurückziehen kann. Denn wer weiß schon, wann sich der nächste Sandsturm ankündigt.

Allerdings sollte sich niemand durchgehend in seiner Oase verkriechen. Denn die gemeinsame Karawane muss versorgt werden! Diverse Herdentiere, bepackt mit kleinen Päckchen, wollen gehegt und gepflegt werden. Einige brauchen dabei mehr, andere wollen lieber weniger Aufmerksamkeit. Das ist okay, solange man sich gemeinsam um alle Gefühle und Emotionen kümmert, um gemeinsam den langen und oft beschwerlichen Weg durch die Beziehung zu bestreiten.

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