Ich warte nicht länger auf Hollywood-Romantik

Mein Freund ist ein Held kleiner Gesten. Ich finde regelmäßig Liebesbotschaften von ihm in meinem Alltag. Er bringt mir Blumen mit oder kauft meine Lieblingsschokolade oder nimmt mir Arbeit ab, wenn ich kaputt bin. Er fährt mein Auto in die Garage, weil ich da irgendwie nie ordentlich reinkomme und es mich manchmal den letzten Nerv kostet, ich aber zu stolz bin, das zuzugeben. Er nimmt mich in den Arm und beruhigt mich, wenn ich selbst noch nicht einmal weiß, dass ich Trost brauche. Er zwingt mich, Dinge zu tun, die mir gut tun, für die ich mir selbst aber keine Zeit einräume.

Ich könnte ewig so weitermachen. Jeder Tag ist voll mit kleinen Liebesgesten. Und ganz ehrlich? Was brauche ich Fackeln am Strand, wenn ich das haben kann? Er zeigt mir auf seine Weise Tag für Tag, dass er mich liebt.

Die Romantik-Sackgasse

Die großen Gesten gehören für mich in eine Fantasiewelt aus Hollywood, die mit dem echten Leben wenig zu tun hat. Ich träume mich gern manchmal dorthin, weil ich eine Kitschnudel bin. Aber würde ich glauben, dass Liebe aus diesen großen Gesten besteht, dann wäre ich schnell sehr unglücklich.

Denn dann würden sich mein Anspruch und meine Erwartungen an die Liebe total verzerren. Auf gut Deutsch: Ich würde doch ewig auf diese großen Gesten warten. Und dabei gar nicht merken, dass die Liebe direkt vor mir ist. Schwupps wäre ich in einer riesigen Sackgasse.

Und das wäre verdammt schade! Denn die Liebe spricht in leisen Tönen. Immer wenn man es am wenigsten erwartet, zeigt sie sich. In kleinen Gesten. Tag für Tag. Und genau deshalb schalte ich den Fernseher aus und kuschele mich an meinen Freund, der mir sanft über den Kopf streicht und mir durch zärtliche Küsse auf seine Weise zeigt, was Liebe ist.


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