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Hochsensibel geboren

Die norwegische Prinzessin Märtha Louise beschreibt, was es bedeutet, mit der besonderen Gabe der Hochsensibilität im öffentlichen Interesse zu stehen. Ein Auszug aus dem sehr persönlichen Buch „Hochsensibel geboren“ der beliebten Vertreterin des norwegischen Königshauses

Ich hatte immer schon gute Freunde und war stets von einer herzlichen, liebevollen Familie umgeben. Trotzdem fühlte ich mich in meiner Kindheit und Jugend einsam. Ich war anders. Ich war als Prinzessin geboren. Und ich war als besonders empfindsam geboren.

Ich war drei Jahre alt, als ich mit Großvater und dem Rest der Königsfamilie zum ersten Mal auf dem Schlossbalkon stand. Es gibt eine Reihe von Bildern und Filmaufnahmen von diesem 17. Mai, dem Nationalfeiertag, wo ich wie ein richtiger Griesgram mit einem schlaffen Fähnchen über dem Geländer hänge. In den ersten Jahren wäre ich viel lieber beim Umzug mitgegangen, statt nur ruhig dort oben zu stehen!

Manchmal erschien ich mit dicker Lippe auf dem Schlossbalkon, weil ich mit den Jungs gerauft hatte oder von einem Klettergerüst gefallen war. Ich war ein Kind, das aus dem Kindergarten abhaute, um der besten Freundin Vaters Kühe zu zeigen. Die meisten werden sagen, ich sei ein Wildfang gewesen. Ich war aber auch ein empfindsames Kind, das übermäßig viel in sich aufnahm – und das in diesen drei Stunden, die wir bei jedem Wetter auf dem Balkon standen, alle Antennen ausgefahren hatte.

Es war ein überwältigendes Gefühl, auf den Balkon hinauszutreten und das Menschenmeer unten zu sehen. Die vielen norwegischen Flaggen entlang der Paradestraße Karl-Johans-Gate, die vielen Kinder in ihren Musikkorpsuniformen und frisch gebügelten feinen Kleidern. Ganz am Ende in Richtung Storting und Freia-Uhr wirkte es wie ein dunkler Ameisenhaufen, in dem sich Tausende von Ameisen bewegten. Je näher sie dem Nationaltheater und Slottsplassen kam, desto deutlicher traten die Menschen in allen Formen und Farben hervor.

Ich hörte die Musik und die Hurrarufe. Und ich spürte auch die hohen Erwartungen und die tiefe Gemeinschaft. Ich war ergriffen, froh und demütig, wie ich dort stand. All dies lässt sich schwer beschreiben.

Ich erinnere mich, wie ich mich später auf den Umzug der Kinder zu konzentrieren begann. Wie ich mit denen, die unten auf dem Schlossplatz im Takt marschierten, Kontakt aufzunehmen versuchte. Ich wollte bei jedem Einzelnen sein. Wollte alle zufriedenstellen.

So dachten wir, die ganze Familie, glaube ich. Wir wollten, dass so viele der Kinder wie möglich das Gefühl hatten, wir winkten genau ihnen zu.

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