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Du kannst bei mir sein, wenn ich mich selbst heile

Rund vier Millionen Menschen sind alleine in Deutschland an Depressionen erkrankt. Jana Seelig ist einer davon. In ihrer neuen Kolumne erzählt sie, welche Art von Unterstützung sie sich von ihrem Partner auf dem langen Weg zur Heilung wünscht

Ich wünschte, ich könnte sagen, dass meine Depression nur mich belastet und niemanden sonst. Das ist aber leider nicht der Fall. Meine Depression ist auch für mein Umfeld hart. Ganz besonders für meinen Partner, denn niemand steht mir näher als er. Er muss miterleben, wie es ist, wenn es in meinem Inneren mal wieder dunkel und leer wird. Und auch wenn er nicht fühlen kann, was es heißt, depressiv zu sein, welches Leid die dunkle Leere verursacht und wie machtlos man dagegen ist, geht meine Krankheit nicht spurlos an ihm vorbei. Auch mein Partner verspürt eine Hilflosigkeit. Weil er nicht weiß, wie er mir helfen kann.

Oftmals ist es ja so, dass das Umfeld eine ganze Reihe gut gemeinter Ratschläge parat hat, die den depressiven Menschen unterstützen und ihm helfen sollen, sich schnellstmöglich wieder besser zu fühlen. Nur ist gut gemeint eben noch immer das Gegenteil von gut. Mein Partner weiß inzwischen, dass mir mit Sätzen wie „Geh doch mal ein bisschen an die frische Luft!“ oder auch „Ich habe gehört, dass Schokolade gegen Depressionen hilft, und ein lustiger Film ist doch nie verkehrt!“ nicht wirklich geholfen ist. Dass sie im schlimmsten Fall meine Situation sogar verschlechtern, meine Hilflosigkeit um ein Vielfaches verstärken, weil ich nicht einmal mehr aufstehen kann. Oder die Komödie im TV nicht richtig wahrnehme, weil mein Kopf damit beschäftigt ist, mich selbst zu hassen und sowohl Vergangenheit als auch Zukunft so düster zu malen, dass selbst die Farbe Schwarz daneben fröhlich scheint.

Dennoch spielt natürlich gerade der feste Freund oder die feste Freundin, der Ehemann oder die Ehefrau eine Rolle, wenn es um die Genesung des an Depressionen erkrankten Partners geht. Sie können ihn vielleicht nicht von der Krankheit heilen, aber unterstützend agieren. Das Problem ist nur, dass sie oft nicht wissen, wie – und gerade Depressive sich schwer damit tun, nach Hilfe zu fragen oder zu verbalisieren, welche Art von Unterstützung sie benötigen. Häufig aus der (unbegründeten) Angst heraus, jemandem zur Last zu fallen. Oder undankbar zu erscheinen, wenn sie einen gut gemeinten Ratschlag zurückweisen, obwohl sie wissen, dass er ihnen mehr schadet, als dass er hilft.

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Über den Autor/die Autorin

Jana Seelig

Jana Seelig ist jung und schön, sie hat einen großen Freundeskreis, sie liebt ihren Beruf – und sie hat Depressionen. Es gibt Tage, an denen geht gar nichts. Dann muss sie sich oft gut gemeinte Ratschläge anhören, die zeigen, wie wenig ihr Umfeld eigentlich versteht, wie es ist, wenn man nichts mehr fühlt.