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Was, wenn einer aus der Beziehung plötzlich Lust auf erotische Experimente hat – und der andere nicht?

Frauke und Matthias haben eigentlich ein aktives und erfülltes Sex-Leben. Doch plötzlich möchte Matthias mal etwas neues ausprobieren. Frauke versteht dies als Zurückweisung ihrer Person und will nichts ändern. Ob die beiden eine Lösung finden?

Frauke und Matthias sind ein Paar, von dem man sagen würde: Die sind wirklich unerschütterlich in ihrer Zweisamkeit, zusammen wirken sie wie ein Fels in der Brandung. Sie sind auch als „Einzel-Menschen“ eher vernunftbetont, sachlich und unaufgeregt, sie ruhen in sich und sind nicht sonderlich gesprächig, weder im Umgang mit anderen, noch in der Partnerschaft. Wer sich von ihnen ein Bild machen möchte, der stelle sich die beiden am besten beim Segeln vor, wie sie auf dem Boot in jeder Hinsicht glücklich schweigend an einem Strang ziehen und ganz eins sind mit sich und der Welt.

Ihr Ziel für die Zukunft: Gemeinsam die Welt umsegeln, wenn sie in Rente sind. Diese Vision schweißt das Paar noch mehr zusammen. Sex spielt für Frauke und Matthias eine nicht unerhebliche Rolle, aber auch keine, die dauerhaft präsent ist, die ständig verhandelt wird. „Es“ tun, statt darüber zu reden, das ist das Motto des Paars. Wenn sie es tun, dann handelt es sich eher um Hausmannkost als um raffinierte Verführungs-Szenarien. Der Sex ist weniger geworden im Laufe der Beziehung, das empfinden Frauke und Matthias als normal. Auf alle Fälle haben beide noch einen gesunden Appetit auf einander und kommen, salopp gesagt, auf ihre Kosten. Wir können uns einfach gut riechen, das war schon immer so, sagt Matthias. Bis jetzt. Seit einigen Monaten gibt es häufig zermürbenden Streit. Matthias ist Mitte 40, zu jung, um sich nicht noch einmal neu zu orientieren, was den Sex angeht, findet er. Er möchte mit seiner Frau „andere“ Dinge entdecken und erleben, ihm schwebt ein Besuch im Swinger-Club vor. Wenigstens ausprobieren, sagt er. Frauke ist etwas jünger als ihr Mann, trotzdem kann sie mit dieser neuen Lust auf erotische Experimente nichts anfangen: Sie empfindet allein die Frage danach als Anschlag auf die Beziehung.

Frauke: „Was mich am allermeisten fertig macht, ist, dass ich mich frage, wie dieser Mensch, der mein Mann ist, mein Vertrauter, überhaupt auf dieses Thema kommt. Man wacht doch nicht auf und denkt, Hallo Welt, ab heute möchte ich aufregenderen Sex, was geht noch? Matthias und ich, wir haben uns im Bett immer fantastisch verstanden, da gab es nie einen Mangel oder einen Konflikt. Ich kann mich an keinen Geschlechtsakt erinnern, bei dem ich keinen Orgasmus hatte. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich meinen Mann bedenklich oft abgewiesen habe. Die Male, die es vorgekommen ist, kann ich an einer Hand abzählen. Und umgekehrt“ ist es genauso.

„Matthias und ich, wir sind wie zwei Uhren, die gleich ticken. Wenn man dabei Spaß hat, ist das nicht langweilig. Man muss doch nicht an den Haaren etwas herbeiziehen, um sich künstlich mehr zu erregen, mehr Spaß zu haben, ich weiß gar nicht, wie diese Rechnung aufgehen soll. Zum ersten Mal in unserer Ehe verstehe ich meinen Mann nicht. Wir setzen uns ganz friedlich an den Küchentisch, wir legen los. Matthias erklärt mir, was er denkt und fühlt, was er sich vorstellt. Ich verstehe nur Bahnhof, ich werde ungeduldig. Irgendwann schreien wir uns sogar an. Das ist noch nie geschehen, es macht mir wahnsinnige Angst, dass es zu einer Trennung kommen könnte. Es gibt eine Frage, die ich Matthias immer wieder stelle: Bin ich Dir nicht mehr attraktiv genug? Matthias beteuert, dass er mich begehrt wie eh und je. Ich kann ihm das nicht mehr glauben, ich bin im Innersten getroffen.“

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Über den Autor/die Autorin

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Birgit Ehrenberg, geboren 1962, ist Journalistin und studierte Philosophin. Sie begleitet und unterstützt Menschen mit ihrer Expertise in existenziellen Fragen zur Liebe und ist seit vielen Jahren erfolgreiche Autorin zum Thema. Auf beziehungsweise führt die Liebesforscherin mit Paarberater Eric Hegmann regelmäßig Gespräche über das Wesen der Liebe.