Wir verwenden eigene Cookies und Cookies Dritter, um die Nutzung der Website zu analysieren und um Werbung auf unserer und anderen Websites auszuspielen.
Verpassen Sie
keinen Artikel mehr!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an:
per WhatsApp oder per E-Mail!

Unsere Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie hier.
Ich möchte per E-Mail von beziehungsweise (PE Digital GmbH) über aktuelle Artikel rund um die Liebe sowie über Produktangebote informiert werden. Diese Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden. Kontaktadressen entnehmen Sie unseren Datenschutzhinweisen.
Verpassen Sie keinen Artikel mehr!

Folgen Sie uns jetzt auf WhatsApp!

Unsere Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie hier.

Männer vom Mars? Frauen von der Venus?

Wenn wir uns also auf die biologische Differenzierung nicht verlassen können, so benötigen wir dennoch für unser Begreifen der Welt kategorisierende und verallgemeinernde Beschreibungen und Vorstellungsbilder. Und dann kommen wir in den Bereich der sozialen Konstruktion und Stereotypisierung.

Im sozialwissenschaftlichen Kontext beruhen Stereotype auf der abgrenzenden, verallgemeinernden Kategorisierung von Personengruppen, aus denen sich Hinweise auf zu erwartenden Verhaltensweisen ableiten lassen. Darin liegt genau ihr Charme bzw. ihr Beitrag zur Erleichterung der alltäglichen Kommunikation. Nachteilig wird es dann, wenn die dadurch geschaffene Abgrenzung und vereinfachende Einordung mit negativen Bewertungen verknüpft werden und zur Verstärkung sozialer Ungleichheit, Abwehr, Diskriminierung und letztlich Bildung von Vorurteilen führen. Gerade dann, werden Interaktionen eher erschwert, als dass sie sie erleichtern.

Ist trotzdem was dran?

Natürlich mag statistisch etwas dran sein, dass Frauen sich mitteilen wollen und Männer eher nicht, aber es trifft immer nur auf einen Teil der Männer und einen Teil der Frauen zu. Wie alles andere ganz Typische eben auch. Gerade in unserer heutigen Zeit in der unsere verschiedenen Rollen als Frauen, Männer, Mütter, Väter oder Arbeitnehmer ineinanderfließen, sich überlagern oder starre Geschlechtergrenzen durch die Diversität von sexuellen Lebensformen oder Transsexualität aufgehoben werden, steigen die Anforderungen an uns, unsere weiblichen und männlichen Anteile unabhängig von unserem biologischem Geschlecht in Einklang zu bringen. Starres Rollendenken ist überholt, wird unbrauchbar.

Leben und leben lassen

Nun könnten Sie sagen, was schert mich eine Theorie, die fast so alt ist wie ich selbst. Ich fühle mich frei von derartigen Denkmustern. Aber nach John Gray kamen viele weitere, die auf das typische Geschlechterklischee pop-psychologisch und ratgebend aufsprangen und noch heute bestimmen diese überindividuellen Zuordnungsmuster unbewusst unser Denken und Handeln. Nicht zuletzt, wenn man sich die globalen sehr aktuellen politischen Tendenzen anschaut, sollten wir einmal mehr unsere Gedankenmuster hinterfragen, denn je dogmatischer und rassistischer die Meinungen, desto durchsetzter sind sie von stereotyp geprägten Feindbildern.

Was für die Unterhaltung gut funktioniert und legitim ist, sollten wir nicht für die Lösung der wirklich ernsten Probleme heranziehen. Denn dazu sagen Herr Gray und all die anderen nämlich nichts. Wie auch. Für komplexe Sachlagen braucht es eine detaillierte Wahrnehmung, tiefgründiges Nachdenken und schließlich ganz persönliche Antworten.

Also: Leben und leben lassen. In all unserer ganz individuellen Unterschiedlichkeit.

PS.: Besonders hübsch fand ich den Grayschen Ratschlag, ich solle doch im Garten arbeiten, wenn mein Mann sich mal wieder schweigend in seine Höhle zurückziehen muss. Ich nehme an, er meint zum Beeren sammeln. Willkommen Moderne!

Seite 1 2 3
Verwandte Themen:

Über den Autor/die Autorin

Christiane Lénard

Christiane Lénard studierte Psychologie und Soziologie und leitete seit 2010 die wissenschaftliche Abteilung von Parship. Als Matchmaking Expertin weiß sie alles darüber, wer mit wem und warum wie gut zusammenpasst. Ansonsten versucht die Wahlhamburgerin ihre beiden Kinder und ihren Ehemann davon zu überzeugen, wie großartig es ist, im Dauerregen spazieren zu gehen. Da dies in der Regel erfolglos bleibt, vertreiben Sie sich stattdessen die Zeit damit, skurrile Interior- und Designläden aufzuspüren.