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Er fragte sie, ob er noch mit rauf kommen dürfe

Unser Autor lernte eine Frau kennen. Als sie das erste Mal miteinander schlafen wollten, stieß sie ihn von sich und erzählte ihm ihre erschütternde Geschichte

Ich lernte sie über Facebook kennen. Nach einiger Zeit trafen wir uns. Als wir uns körperlich näher kamen, stieß sie mich jedoch von sich. Sie zitterte am ganzen Körper. Sie fing an zu schluchzen. Ich wusste sofort, dass das mit uns keine ernsthafte Chance auf eine Zukunft hatte. Aber ich wollte ihr helfen, ihr als Freund zur Seite stehen.

In meinem Leben traf ich immer wieder auf Frauen, die eine Missbrauchserfahrung in ihrer Kindheit erleben mussten. Mal war es wie in diesem Fall der erste vermeintliche Freund, mal war es jemand aus der Familie, also ein Cousin, ein Onkel oder ein Stiefvater. Nur einmal war es ein Fremder.

Weil ich kein großes Selbstbewusstsein besaß, dachte ich, wenn eine Frau mich wegstieß, es liege an mir, dass ich nicht gut genug sei. Ich hatte Schwierigkeiten, die Ängste der Frauen nachzuvollziehen, denn ich bezog sie beinahe jedes Mal auf mich. Und natürlich war ich auch enttäuscht. In einer solchen Situation bringt es wirklich nichts, einer betroffenen Frau zu sagen, dass man anders sei. Die Angst, erneut Opfer zu werden, ist bei ihnen größer als die Hoffnung, endlich den zu treffen, der Verständnis hat, bei dem sie sich sicher fühlen, bei dem sie sie selbst sein können. Heute sehe ich es als Geschenk, wenn Frauen mich wählen und mir von ihrem sexuellen Missbrauch zu erzählen. Anscheinend bin ich vertrauenswürdig. Ob ich jetzt dadurch in der Kumpelfalle lande, ist mir, ehrlich gesagt, egal.

Sie war 12, als es passierte

Ihr Vater hatte die Familie früh verlassen. Ihre Mutter war alkoholabhängig. Ihr fehlte es an allem, aber vor allem an Liebe. Sie fühlte sich einsam. Ihre Freundinnen lebten alle in intakten Familien, waren im Schnitt zwei Jahre älter und hatten bereits männliche Freunde. Sie war die einzige in ihrer Clique, die noch Jungfrau war. Sie dachte, mit ihr stimme was nicht. Sie glaubte zudem ihren ganzen Freundinnen, dass es normal wäre, schon jetzt einen Freund zu haben und mit ihm zu schlafen. Aber sie fühlte sich noch nicht bereit dazu. Trotzdem wollte sie dazugehören.

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Über den Autor/die Autorin

Leonard Anders

Im Jahr 2015 wurde bei Leonard Anders eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Kurz nach seiner mittleren Reife hatte er seinen ersten Zusammenbruch und mit ihm begann eine wahre Odyssee. Er war fast ein Jahr durchweg in der Psychiatrie, überlebte drei Suizidversuche, war obdachlos und kämpfte sich von ganz unten wieder nach oben. Nach erfolgreicher Aufarbeitung seiner verletzten inneren Kindanteile arbeitet Leonard Anders heute als Coach und Lebensberater und hilft Menschen dabei, ihre Glaubenssätze und Trigger aufzulösen.