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Mein Mann starrt anderen Frauen hinterher

Corinnas Mann Veit schaut gern lange und versonnen schönen Frauen hinterher, auf der Straße, im Lokal. Ein Paarkonflikt, aufgeschrieben von beziehungsweise-Autorin Birgit Ehrenberg

Viele ihrer Freundinnen haben gesagt: „Corinna, das ist ja schrecklich, lass die Hände von dem Typen, das könnte ich keine drei Tage aushalten.“ Corinna erwiderte darauf: „Ich weiß, was ich tue.“

Und Veit sagte – ungerührt von den Anfeindungen: „Ich bin Ästhet, es geht nicht um  Begehren, ums Haben-Wollen, es geht um Betrachtung und Bewunderung. Für mich war und ist Corinna eine schöne Frau, mehr noch, die Schönste.“ Corinna ist sicher: Veit hat sie nie betrogen. Die Ehe währt seit 14 Jahren, das Paar hat immer wieder richtige Verliebtheitsphasen, es hat guten Sex. Die beiden können toll miteinander reden. Das mit dem Glotzen hat Corinna nie wirklich gestört.

Seit ein paar Monaten geht es ihr allerdings mehr und mehr auf die Nerven, es geht ihr unter die Haut, in der Corinna sich eben nicht mehr so fühlt wie mit 30. Sie ist 45, sie kommt in die Wechseljahre, sie hat Probleme mit dem Älterwerden, sie ist überkritisch mit ihrem Äußeren. Corinna möchte, dass Veit ab jetzt nur noch Augen für sie hat. Im wahrsten Sinne des Wortes. 

Leichtigkeit ist wesentlich für eine gute Liebe

„Ich habe meine Lektionen in Sachen Beziehungen gelernt“, sagt Corinna. „Ich hatte vor Veit einige unglückliche Partnerschaften, wo ich nie sicher war, ob der Mann mich liebt, wo ich nie sicher war, ob alles stimmt, auch von mir aus, ob ich den Mann überhaupt aufrichtig liebe. Ich war generell unsicher, was mein Ideal von einer harmonischen Beziehung ist. Erst nach und nach habe ich mich sozusagen selbst erkannt, meine Bedürfnisse verstanden und mich darauf ausgerichtet, dass sie erfüllt werden. Meine Liebesbilanz war: Ich bin auf alle Fälle kompromissbereit, das muss man meines Erachtens sein, damit man dauerhaft glücklich ist in einer Beziehung. Aber es gibt Grundvoraussetzungen, ohne die es nicht geht. Die sind bei jedem anders.

Für mich ist das gegenseitige Vertrauen existenziell. Und Humor, man darf die Liebe nicht bierernst nehmen. Die Leichtigkeit, die am Anfang unglaublich viel Energie gibt, das Spielerische, das einen treibt, wenn man frisch verliebt ist, das sollte irgendwie erhalten bleiben, darum sollte man sich kümmern, das kann man pflegen, wenn beide es wollen. Gleichermaßen muss die Liebe eine Tiefe und Verbindlichkeit haben. Hohe Ansprüche, das ist mir bewusst. Mit Veit konnte ich diese leben. Es war ein Geschenk, dass wir uns begegnet sind, dieser wunderbare Mann und ich. Wenn ich es mir hätte aussuchen können, dann hätte ich es wohl besser gefunden, dass Veit nicht die Augen aus dem Kopf fallen, wenn er eine weibliche Schönheit sieht. Doch das war genau der Kompromiss, den ich eingehen konnte: Dass Veit sich gern attraktive Frauen ansieht wie Kunstobjekte. Sei es drum, habe ich mir gedacht. Davon geht die Welt meiner Liebe nicht unter.

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Über den Autor/die Autorin

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Birgit Ehrenberg, geboren 1962, ist Journalistin und studierte Philosophin. Sie begleitet und unterstützt Menschen mit ihrer Expertise in existenziellen Fragen zur Liebe und ist seit vielen Jahren erfolgreiche Autorin zum Thema. Auf beziehungsweise führt die Liebesforscherin mit Paarberater Eric Hegmann regelmäßig Gespräche über das Wesen der Liebe.