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Ich war beziehungsgestört – Ist das jetzt Liebe?

Gastautor Leonard Anders hat das Buch „Ein Narzisst packt aus“ geschrieben. Für beziehungsweise gibt er uns einen Einblick, was für ihn Liebe bedeutet, was Liebe mit ihm macht und welche Verbindung er zu seiner Mutter hat

Was ist Freundschaft? Was ist Liebe? Ist es, den anderen so zu nehmen, wie er ist oder ist es, den anderen nicht verändern zu wollen? Für mich ist Liebe, zu sein, wie ich bin, während der andere so ist, wie er ist, wenn ich mit ihm zusammen bin. Ohne Show, ohne Szenen, pure Liebe, wahres Glück. Liebe ist es, eine Heimat zu haben, wo man sein kann, der man ist.

Als Kind hatte ich die total romantische Vorstellung, mit dem Mädchen meiner Träume Hand in Hand zu gehen, sich schmachtende Blicke zuwerfend, von einer rosaroten Welt zu träumen, sich gegenseitig Liebesbriefe schreiben und einfach eine schöne Zeit miteinander zu verbringen. In meiner Vorstellung gab es keinen Streit, weil man den anderen ja liebte. Sie war die Schönste, die Tollste und einfach nur der Mensch, in dessen Gegenwart ich mich geborgen fühle, ebenso wie sie sich an meiner Seite wohl fühlt. Man geht gemeinsam Eis essen, ins Kino, kuschelt am Sonntagmorgen vorm Fernseher, während es draußen regnet, bastelt sich zum Valentinstag irgendwelche Herzchen aus Tonkarton oder Fimo. Liebe erleben, durch die Augen eines Kindes kann wirklich wunderschön einfach sein.

Es wird alles geteilt, vor allem, weil man gerne teilt. Als Junge spielt man dann vielleicht auch mal mit Puppen und als Mädchen baut man dem Freund zuliebe aus Bauklötzen ein Schloss oder folgt ihm mit dem Bobbycar ins Blumenbeet. Im Kindergarten hält man sich gegenseitig den Platz frei und in der Schule verbringt man jede Pause miteinander und lässt den anderen auch mal vom Schokoriegel abbeißen, wenn die eigene Mutter einem wieder mal nur Obst mitgegeben hat. Liebe kann so schön sein und vor allem so einfach.

Ist das jetzt Liebe? Entscheiden Sie selbst.

Genau so habe ich es bei meinen Eltern erlebt. In diesem Fall waren beide ein Vorbild für ich. Leider konnte ich ihnen diesbezüglich nur selten nacheifern, meinen Mustern und meinem Autopiloten sei dank. Meine Eltern lieben sich nicht nur, sondern sie sind auch miteinander befreundet. Meine Eltern sind seit fast 30 Jahren verheiratet und sie haben immer noch Sex. Sie fahren jedes Jahr mindestens 2x in den Urlaub, sie haben gemeinsame Hobbys, aber sie lassen dem anderen auch seinen Freiraum. Meine Mutter darf mit ihrem Jugendfreund ausgehen, und mein Vater darf selbiges tun mit seiner Lieblingsarbeitskollegin. Sie haben gemeinsame Freunde, mit denen sie Karten spielen, auf die Bowling-Bahn oder ins Theater gehen. Sie vertrauen sich. Sie schätzen einander. Sie sind ein perfektes Team. Sie helfen sich auch in unangenehmen Situationen wie z.B. wenn einer auf Klo sitzt und das Klopapier gerade alle ist. Meine Eltern führen in meinen Augen eine Bilderbuchehe.

Ist das jetzt Liebe? Entscheiden Sie selbst. Am Ende ist Liebe für jeden etwas anderes. Und das ist für mich vollkommen in Ordnung.

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Über den Autor/die Autorin

Leonard Anders

Im Jahr 2015 wurde bei Leonard Anders eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Kurz nach seiner mittleren Reife hatte er seinen ersten Zusammenbruch und mit ihm begann eine wahre Odyssee. Er war fast ein Jahr durchweg in der Psychiatrie, überlebte drei Suizidversuche, war obdachlos und kämpfte sich von ganz unten wieder nach oben. Nach erfolgreicher Aufarbeitung seiner verletzten inneren Kindanteile arbeitet Leonard Anders heute als Coach und Lebensberater und hilft Menschen dabei, ihre Glaubenssätze und Trigger aufzulösen.