Mein Partner ist toll, aber leider ein echtes Muttersöhnchen!

Katharina ist sicher, in Tom den Mann ihres Lebens gefunden zu haben. Doch mit der Zeit stellt sie fest, dass es noch eine Frau in Toms Leben gibt, die ihm sehr nahe – in Katharinas Augen zu nahe – steht: seine Mutter.

Zuerst dachte Katharina, dass sie mit Tom das ganz große Los gezogen hat. Bis sie ihn kennenlernte und sich Hals über Kopf in ihn verliebte, ist sie auf ihrem Lebensweg ausschließlich Männern begegnet, die sich auf kurz oder lang als narzisstische Persönlichkeiten erwiesen haben. Auch wenn sie sich am Anfang Mühe gaben, empathisch zu erscheinen. Katharina dagegen ist der Inbegriff eines mitfühlenden Menschen. Sie ist in ihrer Familie, in ihrem beruflichen Umfeld und unter ihren Freunden dafür bekannt und beliebt, dass sie sehr gut zuhören kann, das Gehörte intensiv verarbeitet, reflektiert und wirklich ungewöhnlich gut trösten und nachhaltig aufbauen kann. 

Manches Mal hört Katharina auch zu gut zu

Sie verausgabt sich mit ihrer Empathie und kommt selbst zu kurz. Um so schöner ist es für sie gewesen, endlich mit einem Mann zusammen zu sein, der ihr hingabevoll sein Ohr schenkt. Der zartfühlend ist, der zwar selbst auch durchaus etwas zu erzählen hat, das aber in einem angemessenen Verhältnis zu Katharinas Redeanteil. Wenn Tom den Mund aufmacht, dann erzählt er spannend. Katharina hängt an seinen Lippen. Sie hat sich oft gelangweilt mit den Themen, die ihr ihre früheren Partner aufgedrängt haben und genießt die seelische und geistige Präsenz von Tom. Er hat die gleichen Interessen wie Katharina. Er ist klug und witzig, warmherzig und liebevoll. Jedes Gespräch mit ihm ist erfüllend, der Sex ist es auch. Katharina ist sicher, in Tom den Mann ihres Lebens gefunden zu haben. 

Seit kurzem lebt das Paar in einer gemeinsamen Wohnung

Katharina müsste die glücklichste Frau der Welt sein. Doch je inniger sie und Tom werden, desto mehr stellt sie fest, dass es da noch eine Frau in seinem Leben gibt, der er auf eine für Katharina befremdliche Weise nahe ist und der er sich verpflichtet fühlt: seine Mutter. Sie rückt dem Paar immer mehr auf die Pelle, mischt sich ein, bestimmt über Dinge, die sie aus der Sicht von Katharina nichts angehen. Tom macht das nichts aus. Er freut sich über die Hilfsbereitschaft der Mutter, so deutet er ihr Verhalten. Für ihn ist es reine Herzlichkeit und Freundlichkeit, die die Mutter an den Tag legt. Katharina ist inzwischen in großer Sorge, dass Tom ohne Frage als ein toller Mann gelten darf, aber eben auch als ein Muttersöhnchen – und sie demnach womöglich schon wieder danebengegriffen hat. 

„Ich möchte eigentlich nicht, dass es wahr ist, was mir schon seit einigen Wochen durch den Kopf geht. Nämlich, dass Tom auf eine Weise an seiner Mutter hängt, die für unsere Beziehung ein echtes Handicap darstellt“, sagt Katharina bekümmert. „Und wenn es wahr ist, dann lässt sich an diesem Verhältnis vielleicht etwas ändern. Das ist meine Hoffnung. Ich weiß, man soll nicht versuchen seinen Partner zu ändern. Aber ich habe mich noch nie mit einem Mann derart blendend verstanden. Ich möchte diese Liebe nicht aufgeben. Dann lieber versuchen, einen anderen Kurs einzuschlagen. Vielleicht sollte ich erst einmal erzählen, was unsere Beziehung erschüttert.

Seine Mutter in unserer Wohnung

Angefangen hat es damit, dass Tom und ich eine Art Haushaltsplan erstellt haben, wer wann kocht und wer wann putzt. Das hört man häufig, dass es in den harmonischsten Partnerschaften Streit wegen der der Ordnung gibt. Dem wollten wir vorbeugen. Tom und ich haben während unseres Studiums in Wohngemeinschaften gelebt. Wir wissen, wie wichtig und nützlich ein Plan sein kann. Nun bin ich neulich früher von der Arbeit gekommen und finde in unserer Küche Toms Mutter vor, wie sie ein Essen vorbereitet. Gewischt war die Küche auch, alles piccobello. 


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