Co-Schwanger: Das Couvade-Syndrom

Übelkeit, Erbrechen, Gewichtszunahme – auch werdende Papas können eine Kugel bekommen

Wenn die Plauze des werdenden Papas plötzlich ähnliche Ausmaße annimmt, wie das Bäuchlein der zukünftigen Mutter, ist das Getuschel im Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreis groß. Die Haupt-Vermutung der Spekulanten: Der künftige Vater lässt sich so richtig schön gehen, jetzt wo seine Partnerin schwanger ist. Frei nach dem Motto: Die Nachwuchs-Produktion ist vollbracht, die Lebensaufgabe erledigt, jetzt darf geschlemmt werden. Ein halbes Hähnchen mit Marmelade zum Frühstück, saure Gurken mit Schokocreme als Snack – her damit, rein damit, WIR sind schwanger.

Tun wir den Männern Unrecht? Die Antwort lautet: JA! Ein Forscher-Team der University of London hat nämlich herausgefunden, dass das Phänomen der Co-Schwangerschaft absolut real ist. Und damit nicht genug. Es handelt sich dabei nämlich keineswegs nur um solidarisch angefutterte Rettungsringe, sondern um eine tatsächliche Parallelschwangerschaft mit allem Pipapo!

Von Morgenübelkeit bis Fake-Wehen

Im Rahmen ihrer Studie konnten die britischen Psychologen auch herausstellen, dass die teilnehmenden Männer weitere klassische Schwangerschaftssymptome empfinden, wie Morgenübelkeit, Erbrechen, Stimmungsschwankungen und Heißhunger-Attacken, die vorm Kühlschrank mit sauren Gürkchen und Schokocreme enden. Ein Mann erzählte den Wissenschaftlern sogar, er habe während der Geburt seines Kindes echte Wehen empfunden. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine indische Studie, bei der auch von Verdauungsstörungen, Appetitveränderungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen berichtet wurde. Dazu kamen Schlafprobleme, eine erhöhte Reizbarkeit und Rührseligkeit.

Couvade-Syndrom – Männer brüten aus

Für dieses Phänomen haben die Wissenschaftler den Begriff „Couvade-Syndrom“ gewählt. Es stammt vom französischen Wort „couver“, was so viel wie „ausbrüten“ bedeutet. Warum es zu dem Prozess des Ausbrütens kommt, können die Wissenschaftler allerdings noch nicht genau erklären. Sie vermuten jedoch, dass die werdenden Väter einfach extrem mitfühlen. Oft sei ihnen das Phänomen der Schwangerschaft dermaßen suspekt, dass sie es nur begreifen können, indem sie sich voll und ganz in ihre Frau hineinversetzen. Eine weitere Vermutung der Psychologen: Der Mann ist eifersüchtig. Während seine schwangere Frau unendlich viel Aufmerksamkeit bekommt, ist der werdende Vater nur ein Nebendarsteller im Theaterstück der Schwangerschaft. In diesem Fall wächst das Bäuchlein quasi aus Protest, weil der Mann eifersüchtig und verunsichert ist, sich vernachlässigt und ausgegrenzt fühlt. Ein Prozess, der völlig unbewusst abläuft.


Weitere interessante Beiträge