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Wenn ich wieder einmal lüge wegen dir

Unsere anonyme Leserin kann ihn nicht vergessen. Um über die Trennung hinwegzukommen, lügt sie. Aber manchmal liegen Wahrheit und Lüge nicht weit auseinander

Wenn andere mich fragen, sage ich, ich denke nicht mehr an dich. Das ist gelogen. Solche Lügen beherrsche ich sehr gut – schon immer, wenn es um mich selbst geht. Vermutlich weil ich denke, ich spiele ein Spiel, bei dem man sich ziemlich sicher ist, zu gewinnen. Zumindest gegen andere. Gegen mich selbst gewinne ich in diesem Fall eher nicht. Wenn andere mich fragen, sage ich, ich vermisse dich nicht. Nicht mehr, auch das ist gelogen, aber es geht mir leicht von den Lippen, diese Lüge.

Was passiert eigentlich mit der Wahrheit, wenn man lügt? Existieren Lügen erst, sobald man sie ausspricht oder bereits im Kopf? Dabei bin ich doch einer der ehrlichsten Menschen dieser Welt? Ja, manchmal sogar zu ehrlich. Wenn andere mich fragen, sage ich, du seist mir egal. Wie gesagt, darin war und bin ich schon immer gut gewesen – ja, meine Mauer, die nicht bröckeln darf. Würde ich nicht lügen, gäbe es so viel, worüber man reden und nachdenken – was man erklären und vor allem fühlen – müsste. Und wer will das schon? Ich nicht. Nicht jetzt und nicht hier.

Wenn andere mich fragen, ob ich die Trennung bereue, sage ich, dass es besser so ist, weil wir uns sonst kaputt gemacht hätten. Und das ist keine Lüge. Um ehrlich zu sein, wollte ich mir seit vier Monaten keine Gedanken mehr machen, beziehungsweise alles bewusst verdrängen und davor weglaufen. Habe ja schon zu lange immer nachgedacht – wozu also jetzt noch? Dass sich mit diesen Lügen, bloß das Reden und das Erklären, mal eben zur Seite wischen lässt, nicht aber das Nachdenken und noch weniger das Fühlen, das weiß ich natürlich! Ich bin ja kein dummes Mädchen. Und auch selbst, wenn ich es nicht wüsste, erlebe ich es dennoch Tag für Tag – Nacht für Nacht – Stunde für Stunde. Wenn ich nachts bis 2.30 Uhr hellwach im Bett liege und an dich denke, versuche ich zu analysieren, gedanklich in die Vergangenheit zu reisen und in all unsere Momente zu tauchen, nochmals zu fühlen, wie das Leben mit dir einst war. In mein altes Leben für den Moment zurückgehen, auch wenn nur in meinen Träumen.

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Über den Autor/die Autorin

Leserbeitrag

beziehungsweise-Leser erzählen in ihren eigenen Worten authentisch, emotional und inspirierend wahre Liebesgeschichten, wie sie nur das Leben schreiben kann. Sie haben ein Rezept für glückliche Beziehungen? Möchten Ihre Geschichte teilen? Schreiben Sie uns und machen Sie mit!