Ich bin heute dankbar für den Mist, den ich erlebt habe

Unser anonymer Autor blickt zurück auf zwei Jahrzehnte Dating- und Liebesfrust – und ist trotzdem ausgesprochen zufrieden mit seinem Leben  

Meine Biographie liest sich wohl ein bisschen wie ein Horrortrip. Also das mit der Liebe und so. Ich rutsche gerade durch meine Dreißiger und habe folglich schon so manche Erfahrung gesammelt. Am Anfang stand, wie könnte es anders sein, die große Liebe, die sich dann als doch recht klein entpuppte. Immerhin. Sie hat mich damals dazu verführt, zu glauben, dass Liebe immer etwas Intensives sei, etwas ganz Besonderes, selbst wenn sie manchmal leider endet. Liebe wurde zu meinem Ideal. In den lauten Jahren zwischen zwanzig und dreißig ist dann viel passiert, aber nichts davon blieb bestehen, nur einzelne Erinnerungen, die manchmal immer noch in mir aufflackern.

Ich lernte Frauen kennen, ich hatte Kummer. Ich machte Fehler, ich war naiv. Ich lernte aus meinen Fehlern und beging neue. Als ich die neuen behoben hatte, kamen wieder andere hinzu. Ich gab mir Mühe und war frustriert. Ich ließ locker und war für Momente glücklich. Manchmal dauerten diese Momente sogar Jahre. Ich sehe mich beim Tanzen in Nächten, die zu früh endeten. Ich sehe mich auf der Arbeit, ständig aufs Handy schauend, weil ich auf eine Nachricht von ihr warte. Ich sehe mich in virtuellen Weiten nach der Liebe suchen und Sprengsel von ihr finden. Aber unterm Strich bleibt, dass mir nichts von ihr blieb.


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