Er ist nicht der Vater

Er war immer für sie da. Als guter, verlässlicher Freund. Bis unsere anonyme Leserin schließlich erkannte, dass aus ihrer Freundschaft längst Liebe geworden war

An dem Tag, an dem ich bei ihm auszog, warst du da. Lange schon waren wir Freunde und ich erinnere mich, wie du mit meiner Tochter auf meinem Sofa gesessen hast und mit ihr zusammen meinem zum zweiten Mal schwangeren Ich höchstfeierlich kleine, blaue Babyschuhe übergabt. Du sahst glücklich aus. Wir wuchteten gemeinsam das Kinderbett meiner Tochter aus ihrem Zimmer. Ich war dir dankbar, so unglaublich dankbar.

Es hatte mehrere Jahre gedauert, um zu dem Entschluss zu kommen, auszuziehen. Ich hatte Angst. Angst, keine Wohnung zu finden, meiner Tochter mit zwei Jobs nicht gerecht zu werden und am meisten davor, nicht mehr geliebt zu werden. Ich sah immer noch gut aus in meiner Größe 36, die Dehnungsstreifen mal ausgenommen.

Aber wer will schon eine so enorme Verantwortung schultern, das Kind eines anderen Mannes großzuziehen? An dem Tag, als wir mit meiner Tochter am See waren und ich sah, wie du mit ihr vorsichtig in das dreckige, kalte Wasser gingst und sie quietschte vor Vergnügen, da ging mir das Herz auf. Du hattest Urlaub und es war herrlich warm. Das Foto, das ich heimlich gemacht habe, ist immer noch eines meiner Liebsten. Wie du dort über sie gebeugt stehst und ihre Hände hältst, damit sie nicht ausrutscht und fällt.


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