Die Sehnsucht kam, als du gingst

Sie war verliebt – und musste sich entlieben. Unsere anonyme beziehungsweise-Leserin schreibt einen Liebesbrief an den einen Mann, der ihre Welt veränderte. Bei dem sich zum ersten Mal alles richtig anfühlte

Wenn man nicht aufhören kann, über einen anderen Menschen nachzudenken, ist das dann Liebe, Sehnsucht oder einfach nur der Wille, das haben zu wollen, was man nicht bekommen kann? Ich habe mir in den letzten Jahre oft diese Frage gestellt.

Zuerst war es Liebe, definitiv, denn ich weiß, dass ich wahnsinnig in dich verliebt war. Seit diesem einen Moment, an dem du mir für einen Augenblick so tief in die Augen gesehen hast, dass ich gemeint habe, das hatte noch nie irgendjemand geschafft. Es war, als würdest du in mich eintauchen und alles in mir sehen.

Es war nur ein Augenblick und doch hat es sich angefühlt wie Jahre, in denen du in mir spazieren gegangen bist und dir alles in mir genau angesehen hast, jedes einzelne Stück in mir berührt hast, und plötzlich war meine Welt schön und hat sich das erste Mal seit langer Zeit wieder richtig angefühlt.

Ein Moment, der alles, was ich vorher kannte, in Frage gestellt hat. Ein Moment, der mir eine andere Welt gezeigt hat. Ein Moment, der mich für sehr lange Zeit begleiten sollte, denn auf einmal warst du Teil meines Lebens.

So plötzlich, so vergänglich, so verdammt perfekt und so unerreichbar, so schien es mir. Ja, ich war verliebt in dich, seit diesem einen Moment, und das sollte noch lange so anhalten. Ich habe dich seitdem fest in mir verschlossen, damit du nicht wieder einfach so gehen konntest, denn du hast dich perfekt angefühlt: perfekt, warm und schön.


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