unerhört: Wir können nicht ohne einander. Aber wir sind beide verheiratet

Unsere Leserin hat eine Affäre. Sie leidet unter der Unehrlichkeit, unter der Distanz und sorgt sich um ihre Kinder. Sie ist gelähmt vor Verzweiflung – aber sie muss etwas verändern.

Frage: Er will abwarten und sehen, wie sich unsere Affäre entwickelt. Aber wie lange muss ich warten?

Ich bin in einer Situation, die mich überfordert und wenn ich nachdenke und Ordnung in mein Leben bringen möchte, übermannt mich die Sorge. Lange kann ich diesen Zustand nicht mehr ertragen, da es sehr belastend ist und intensiv emotional, was wunderschön ist – aber auch unendlich anstrengend.

Ich bin Mitte 30, seit beinahe 12 Jahren verheiratet, habe zwei Kinder, 4 und 8 Jahre alt. Wir wohnen in einem großen Haus mit Garten und eigentlich passte alles. Bis ich ihn traf, zufällig, über unsere Kinder. Er ist zehn Jahre älter, seit zehn Jahren verheiratet, ebenfalls 2 Kinder im gleichen Alter wie meine. Wir leben 150 Kilometer voneinander entfernt.

Wir lieben uns. Ich kann nicht mehr ohne ihn sein und ihm geht es genauso.

Der Alltag ist jeden Tag eine neue Herausforderung und das seit vielen Monaten. Die Gefühle zu ihm, die Gefühle zu meinem Mann, zu meinen Kindern …

Das Betrügen und Belügen der Partner ist das Allerletzte und kaum auszuhalten. Und eine Situation die untragbar ist.

Wir können gut miteinander darüber reden. Für ihn ist die Situation weniger belastend. Er sieht alles recht positiv und ist entspannt. Er will abwarten, wie sich unsere Situation entwickelt, ob unsere Affäre sich verläuft oder ob mehr aus ihr wird. Er sagt, wenn die Gefühle bleiben, dann müssen wir dementsprechend handeln.

Für mich ist diese Warte-Haltung sehr schwierig zu ertragen. Jeden Tag warte ich… Ja, auf was warte ich? Wie lange müssen wir warten? Muss ICH warten? Wie schaffe ich meinen Alltag jeden Tag? Wie begegne ich meinem Mann, der diese Situation nicht verdient hat. Es hängt ja auch so vieles dran: 4 Kinder, die Ehepartner, der Wohnort, die Arbeit. Voreilig handeln ist keine Option.

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann hätte ich gerne einen Art Fahrplan in der Hand. Am liebsten hätte ich, dass mich jemand an die Hand nimmt und mit mir geht. So wie ich meine Kinder an die Hand nehme und sie begleite.

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