Warum Online Dating das Normalste der Welt geworden ist

Mittlerweile ist das Internet der Liebeskuppler Nr. 1. Jedes dritte Paar, das zwischen einem und fünf Jahren liiert ist, hat sich online gefunden.

Immer wieder gibt es Stimmen die sagen, man solle seinen Partner doch lieber im wahren Leben kennenlernen und nicht über Online Dating. Jedoch hat sich dies stark gewandelt und die Wahrscheinlichkeit im Freundeskreis, auf Partys oder im Supermarkt die große Liebe zu treffen, ist äußerst gering. Darüber kann man klagen. Oder aber das Beste daraus machen.

Zunächst einmal die Zahlen. Die gefühlte Wahrheit, alle würden nur noch daten, flirten und chatten über ihre Smartphones ist schon nahe an der Realität. Mittlerweile ist das Internet der Liebeskuppler Nr. 1. Jedes dritte Paar, das zwischen einem und fünf Jahren liiert ist, hat sich online gefunden. Diese Entwicklung scheint sich durch die Corona-Krise sogar noch zu verstärken. Heute sind 43 Prozent der Paare, die 3 bis 1 Monat zusammen sind, über Online Dating zusammen gekommen. Über Freunde nur 31 Prozent und über Freizeit nur 9 Prozent. 

Freunde von Freunden sind und blieben interessant

Dennoch bleibt das persönliche Umfeld weiter bedeutsam für Liebessuchende. Denn Freunde von Freunde erhalten von uns einen Bonus: wer diejenigen mag, die wir mögen, der muss doch eigentlich mit uns auf einer Wellenlänge liegen. Und das ist auch richtig. Das Problem ist nur: der Freundeskreis ist endlich. Irgendwann kennen wir alle und die Ex-Partner:innen von Freunden haben einen großen Makel: Sie eröffnen oft einen Interessenkonflikt und fallen deshalb als potentielle Partner:innen eigentlich raus.

Liebe zwischen Tanzfläche und Tresen

Beim Ausgehen verliebt man sich immer seltener. Früher hielt man hier Ausschau, heute genießt man nur noch gute Musik und Drinks: Die goldenen Zeiten von Bars und Diskotheken als Orte des Liebesanbahnung gehören der Vergangenheit an. Während sich noch jedes vierte Paar, das 30 Jahre oder länger liiert ist, beim Ausgehen fand, ist es heute nur noch etwa jedes zehnte. Spannend der Vergleich zur Liebe, die am Arbeitsplatz beginnt: Zwischen Kopierer und Kantine stehen die Chancen, auf seine Liebe zu treffen, heute ähnlich hoch wie beim Bar-Hopping oder Tanzen. 

Kennenlernen beim Hobby und beim Sport

Hobbys, Vereine, Sport- und Sprachkurse werden als Kennenlernorte überschätzt. Mehr als vier von zehn Singles glauben, so ihre Liebe zu finden. Damit führt das Hobby die Liste der Orte an, denen das größte Kennenlern-Potenzial zugeschrieben wird. Doch weit gefehlt, die Realität sieht eher mau aus: Nicht einmal jeder Zehnte lernt seinen Partner oder seine Partnerin über ein Interessengebiet kennen. 

Dagegen stehen die schlechten Erfahrungen beim Online Dating

Ghosting, Unverbindlichkeit, Oberflächlichkeit … Es gibt viele Erfahrungsberichte, die belegen: Online Dating kann böse schiefgehen. Das lässt sich auch nicht leugnen. Warum ist Dating so furchtbar geworden? Aber: es ist nicht das Medium, es ist der oder die Partnersuchende selbst, der oberflächlich, unverbindlich oder eben liebevoll, fürsorglich und verbindlich ist. Nicht die Dating App ghostet, sondern diejenigen, die denken, eine freundliche und respektvolle Absage sei unnötig. Und je mehr sich die Partnersuche verlagert, umso wichtiger ist, dass ein respektvolle Umgang miteinander zum Standard wird. Denn sonst verletzen wir einander zu sehr und sabotieren uns den Weg zur schönsten Sache der Welt. Nie zuvor war es so einfach, Menschen kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Das darf doch nicht daran scheitern, dass wir es nicht hinbekommen, liebevoll miteinander umzugehen.

Quelle: ElitePartner Studie 2021


Weitere interessante Beiträge