Wann hast du dich zuletzt bei deinem Körper bedankt?

Dehnungsstreifen am Bauch, Cellulite an den Schenkeln, hängende Brüste – viele Frauen stören sich an den vermeintlichen Makeln ihres Körpers. Doch das kann verheerende Folgen haben! Wie du deinen Körper endlich lieben lernst…

Die Folgen fehlender Körperwahrnehmung 

Essstörungen 

Scham, fehlendes Sättigungsgefühl oder das Überhören deiner Körpersignale führen leider immer noch viel zu oft zu Magersucht oder Fettleibigkeit. Wenn du merkst, dass du den Frust in dich hineinfrisst, hole dir Hilfe. Du bist nicht alleine. 

Panikattacken 

Die aufsteigende, scheinbar irrationale Panik und das Gefühl, dass der eigene Körper nicht mehr gehorcht – wer schon einmal eine Panikattacke erlebt hat, weiß, das ist kein Kinderspiel. Ein möglicher Auslöser hierfür kann sein, dass du dich selbst nicht mehr spürst und das Gefühl hast, nicht perfekt sein zu können. 

Kontrollzwang 

Während eine Panikattacke sich nach Kontrollverlust anfühlt, kann auch das komplette Gegenteil eintreten, nämlich der Zwang nach Kontrolle. Denn wenn du die Kontrolle hast, hast du das Gefühl, dass niemand deine “Unperfektheit” bemerkt. Sex, der nur im Dunkeln stattfinden darf, oder vor dem Partner die Tür beim Umziehen abschließen, sind klassische Beispiele hierfür.  

Eifersucht 

Oh ja, vermutlich haben wir alle schon ihre Bekanntschaft gemacht. Das Gefühl, dass die Andere ja ohnehin so viel begehrenswerter und hübscher ist, als man selbst und er sie deshalb doch auf jeden Fall wollen muss und nicht mich. Ein wenig Eifersucht kann ja noch ganz gesund sein, aber Vorsicht: Sind alle anderen in deiner Wahrnehmung besser, toller und schöner als du selbst, hole dir bitte Unterstützung. 

Distanz 

Oft wollen sich Menschen, die sich nicht körperlich zeigen wollen, auch emotional nicht öffnen. Sie verstecken sich hinter ihrer Stärke und Unabhängigkeit. Versteht mich nicht falsch, beides feiere ich sehr. Traust du dich aber nicht, dich auch mal verletzlich zu zeigen, aus Angst verlassen zu werden, deutet das auf eine bewusste Distanz deinerseits hin. 

Toxische Beziehungen 

Von diesen Beziehungen kann ich ein Lied singen. Tatsächlich rutschen Menschen, die sich selbst nicht gut finden und eine fehlende Körperwahrnehmung haben, schneller in toxische Beziehungen. Denn diese bieten auf den ersten Blick die perfekte Sicherheit. Zeigen sich dann toxische Tendenzen, denkst du vielleicht, du wärst selbst daran schuld oder würdest nichts besseres verdienen. Ich möchte dir, ohne dich zu kennen sagen: Du verdienst alles. Aber nicht eine solche Beziehung. 

Heile dein inneres Kind 

Sehr oft liegen die Gründe für eine fehlende oder falsche Körperwahrnehmung in der Kindheit, wenn du beispielsweise in frühen Jahren wenig Körperkontakt oder Vernachlässigung erfahren musstest oder als Frühchen lange Zeit im Brutkasten warst. Oft kennen Kinder mit fehlender Körperwahrnehmung ihre Grenzen und hierdurch auch die von anderen nicht. Dadurch sind Verhaltensauffälligkeiten und ein gestörtes Sozialverhalten wenig verwunderlich. Aber ich habe nun eine gute Nachricht für dich: Wenn du betroffen bist, kannst du deinem inneren Kind auch als Erwachsene noch helfen, wieder Frieden zu finden. 

Mache es dir bequem. Gehe in Gedanken einen Schritt näher an dein inneres Kind heran und denke daran, wie es die Models beneidet, sich mit anderen vergleicht oder gemobbt wird. Spüre, was es gerade braucht und hole dein inneres Kind aus der Situation. Schenke ihm Liebe und Geborgenheit und lass es wissen, dass es perfekt ist, genau so wie es ist. Es klingt abstrakt, ist aber unglaublich heilsam. 

Tipps für eine bessere Körperwahrnehmung für Kinder und Erwachsene 

Körperkontakt 

Ganz klar: Kuscheln macht glücklich und tut gut. Hierdurch spüren wir uns selbst und andere. Kleine Gesten, wie beispielsweise eine Umarmung zwischendurch haben oft eine gigantische Wirkung. 

Barfuß laufen 

Spüre einmal ganz genau hin. Weiches Gras, warme Steine oder feuchte Erde massieren deine Fußsohlen, erden dich und stärken ganz nebenbei dein Immunsystem. 

Mit allen Sinnen 

Wenn du voll im Hier und Jetzt ankommen willst, dann sehe, höre, rieche, schmecke und taste einmal alles, was dich umgibt. Nimm dir Zeit und genieße mal richtig. 

Schwerkraft spüren 

Ob schaukeln, rutschen, klettern, wippen oder auf dem Trampolin. Das Kribbeln im Bauch und der Wind in den Haaren, der Sog nach unten … All das lässt uns Erdung spüren und verbindet uns wieder mit uns selbst. 

Massage 

Massiere dich selbst. Spüre einmal, wo es weich und wo es hart ist. Wie entspannt sich dein Körper gerade? Mach es dir einmal richtig schön und erkunde jede Faser deines Körpers. Glaub mir: Das hilft gegen fehlende Körperwahrnehmung!

(Nicht nur) für Kinder ist eine Pizzamassage ein tolles Erlebnis. Hierfür backst du (natürlich nur im Spiel!) eine Pizza auf dem Rücken des Kindes. Rolle den Teig aus, bestreiche den Boden mit Sauce und belegt sie nach Herzenslust mit Zutaten. Kreativ und sooo schön. 

Sport 

Klar, Yoga, Tanzen und Kampfsport verhelfen uns zu einem strafferen, schlankeren Körper, aber dies ist nur ein angenehmer Nebeneffekt. In Wirklichkeit stärkt Sport nämlich unser Körpergefühl und macht glücklich und ausgeglichen.  

Meine Gedanken 

Unser Körper leistet so vieles, tagtäglich und in jeder Minute. Mit jedem Atemzug. Meine Brust hat meinen Sohn über lange Zeit ernährt, eine Meisterleistung. Mein Bauch hat meinen Sohn neun Monate getragen und ihn sogar produziert. Meine Beine sind so viel mehr als Schwabbelschenkel, weil sie mich durch die Welt tragen, wo auch immer mein Kopf und mein Herz gerade hin möchten. Und da ist es völlig egal, ob sie zu dick, zu dünn, zu lang oder zu kurz sind. Sie sind gesund und funktionieren. 

Ich möchte dich einladen, deinem Körper zu danken. Für seine Perfektion und für seine Unperfektheit. Denn unser Körper ist der Ort, in dem wir wohnen dürfen und der für uns jeden Tag aufs Neue Höchstleistungen erzielt. Unser Körper hat Dankbarkeit und Achtung verdient. Und mit dieser Erkenntnis lächle ich von nun auch meine Delle am Oberschenkel voller Liebe an. 


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