Irgendwas ist ja immer …

Lässt sich Verlieben steuern? Die New York Times-Autorin Mandy Len Catron hat recherchiert und mutig im Selbstversuch ausprobiert, wie sich Liebe finden und halten lässt. Ein Auszug aus ihrem erkenntnisreichen Buch “Verliebe dich, in wen DU willst”

Den richtigen Liebespartner zu finden – davon träumen viele Menschen. Aber wie geht das? Ist es nicht einfach Schicksal? Mandy Len Catron wagt einen Selbstversuch: Sie trifft sich mit einem Bekannten und geht mit ihm einen Fragebogen durch, den Psychologen entwickelt haben, um Menschen dazu zu bringen, sich ineinander zu verlieben. Und es funktioniert tatsächlich! Beide verlieben sich und leben bis heute in einer glücklichen Partnerschaft. Über ihre Erfahrung schrieb Mandy Len Catron erst einen vielbeachteten Artikel für die New York Times und jetzt dieses Buch – das mehr ist, als ein Memoire: Die Autorin zeigt, welche Fallstricke beim Verlieben auf jeden von uns warten und welche Fehler vermieden werden können. Anhand ihrer eigenen (Familien-) Geschichte spannt sie den Bogen von Psychologie, Biologie, Geschichte bis hin zur Literatur und zum Film. Dabei entsteht ein kurzweiliges, hochinteressantes und intelligentes Buch, das mit einigen Mythen endgültig aufräumt – und so den Weg freimacht, sich endlich in den oder die Richtige zu verlieben!

Selbst entscheiden, in wen wir uns verlieben

Als Kevin und ich nach Vancouver zogen, wo viele Paare ohne Trauschein in festen Beziehungen zusammenleben, hörten wir auf, uns als »Freund« und »Freundin« zu bezeichnen. Stattdessen stellte ich ihn nun als »meinen Partner Kevin« vor. Die Einwanderungsbehörde hatte uns zu Ehegatten gemacht.

Ein Gatte war für mich immer jemand gewesen, der einen Kombi fährt. Jemand mit Ehering, Zusatzrente – und Handytäschchen am Gürtel. Diese Art von Ehegatte war Kevin definitiv nicht, und so wollte er auch nicht sein. Das hatte mir gefallen, als ich zwanzig war, aber inzwischen fragte ich mich ernsthaft, was eigentlich so schlimm an einem Kombi wäre.

Aber ich wusste auch nicht, ob dieser Wunsch nach einem Ehegatten wirklich mein eigener war, oder ob ich glaubte, dass es in meinem Alter mein Wunsch sein sollte. Was war echt, und was war nur ein Drehbuch?

Mein Gatte und ich verbrachten unsere Abende im Wohnzimmer, er scannte Fotos ein, ich korrigierte Aufsätze oder surfte ziellos durchs Internet. Kevins Maus klickte und sein Scanner surrte. Er hatte vor Kurzem mit Analogfotografie begonnen und brachte Stunden damit zu, seine neuesten Bilder einzuscannen, digital Fussel zu entfernen und Farben und Kontraste nachzubearbeiten.

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