Emotionships in der Liebe – das neue Paar-Modell?

„Auf jeden Topf passt ein Deckel“, haben uns unsere Mütter früher hoch und heilig versichert, als wir unseren ersten Liebeskummer hatten

Irgendwann begegnen wir Mr. oder Mrs. Right – unserem perfekten Gegenstück, mit dem wir glücklich, alt und schrumpelig werden können. Blickt man sich heute jedoch in seinem Freundes- und Bekanntenkreis um, scheint das Deckel-Topf-Prinzip ein echtes Auslaufmodell zu sein. Stattdessen wird gedatet was das Zeug hält. Oft sogar mehrere Personen gleichzeitig.

Kaufhaus statt Unikat

„In“ zu sein scheint jetzt nämlich das „Mehrere-Deckel-pro-Topf“-Modell. Heißt: Wer den perfekten Deckel nicht findet, bedient sich im Kaufhaus des Lebens (oder einer beliebigen Dating-App) einfach allen halbwegs passenden Abdeckungen, die im Regal stehen und schaut am Ende, was unterm Strich dabei herauskommt. Zum Beispiel: Eine/n fürs Köpfchen, eine/n fürs Bett, eine/n fürs Herz. Aber: macht das überhaupt Sinn?

3x 33 Prozent machen zu 99 Prozent glücklich

Aus einer Perspektive ist das „Mehrere-Deckel-pro-Topf“-Modell ganz sicher sinnvoll. Wir „verschwenden“ endlich keine Zeit mehr mit der Jagd auf Mr. und Mrs. Perfect und pfeifen auf die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen.

Statt 100 Prozent Liebesglück in einer Person teilen wir das Ganze einfach auf, z. B. auf dreimal 33 Prozent. Bedeutet: wir lassen mehrere Personen gleichzeitig in unser Leben. Alle sind nicht ganz perfekt, erfüllen aber gemeinsam all unsere Bedürfnisse. Damit ergäbe sich z. B. die Möglichkeit, einen „Seelenverwandten“ zu finden, den man von ganzem Herzen liebt, zu dem man sich körperlich aber nicht hingezogen fühlt bzw. fühlen muss. Oder man denke an den Menschen, dessen pure Anwesenheit dazu führt, dass man sich die Kleider vom Leib reißen möchte, dem man aber ansonsten nicht viel zu sagen hat. Die Kombinationsmöglichkeiten im Deckel-Paradies sind schier unmöglich und eröffnen jede Menge neuer Wege. Aber macht das glücklich? Kann das wirklich funktionieren?


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