Darum würde ich gern mal eine Frau sein …

Wohl jeder Mann würde gerne wissen, wie sich das Leben im Körper einer Frau anfühlt. beziehungsweise-Autor Thorsten Wittke verrät uns seine Gedanken zu dem Thema

„Das verstehst du nicht … du bist eben ein Mann.“

Immer wenn mir das eine Frau sagt, wünsche ich mir, ich könnte es ändern und sei es nur für 24 Stunden.

Ich würde so gerne herausfinden, ob es wirklich so etwas anderes ist, kein Mann mehr zu sein. Nicht nur verkleidet, sondern mit allen Konsequenzen, die das Leben als Frau so mit sich bringt.

In den ersten Stunden würde ich wahrscheinlich dem Klischee folgen, mich mit meinem neuen Körper auseinandersetzen und ihn ganz genau erkunden. Es interessiert mich brennend, ob die Empfindungen tatsächlich so unterschiedlich sind und wie viele erogene Zonen es wirklich gibt. Danach würde ich mich im Badezimmer einschließen und den Versuch wagen herauszufinden, warum Körperpflege- und Beauty-Produkte es schaffen, meine Laune zu heben. Nach ein paar Proberunden auf hohen Absätzen würde ich mir das Sommerkleid überstreifen und den nächsten Baumarkt ansteuern. Ich würde mein Flirt- und Charmepotenzial austesten wollen, mit den Wimpern klimpern und es genießen, wenn Männer sich darum reißen, mich zu beraten und mir das Gekaufte in den Wagen zu schleppen. Alles für ein Lächeln und ein Dankeschön.

Shoppen ohne Not und Frauengespräche

Den Nachmittag würde ich mit meinen Mädels beim Shoppen verbringen. Ohne Absicht, wirklich etwas zu kaufen zu müssen, nur weil’s scheinbar irgendeinen Sinn in mir befriedigt. Mich dabei stundenlang unterhalten und endlich herausfinden, worüber Frauen reden, wenn sie unter sich sind und ob der Unterschied zu Männergesprächen wirklich so groß ist.

Am Abend würden wir eine Kneipe oder einen Club ansteuern, Männern den Kopf verdrehen und Prosecco trinken. Ich würde mit meiner Besten zu zweit aufs Klo gehen und dann vielleicht verstehen, was der tiefere Sinn hinter dieser Aktion ist. Später würde ich einen heißen Typen aufreißen, mit ihm die Nacht verbringen und hoffen, damit meine Wissenslücken beim Thema „Wie fühlen sich weibliche Orgasmen an?“ zu füllen.

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