Dating: Alles eine Frage der Perspektive? 

Wie kann es sein, dass wir so unterschiedliche Erfahrungen mit Online Dating und den verschiedenen Plattformen machen? Alles eine Frage der Perspektive, vermutet “bi happy”-Autorin Nadine Primo.

Zuletzt habe ich über Authentizität und Wertschätzung beim (Online) Dating geschrieben. Dieses Mal geht es um die Perspektive. Viele von uns nutzen regelmäßig Dating Apps, aber wir teilen nicht alle die gleiche Intention bei der Suche. Im Gegenteil!  

Lust statt Frust 

Von einigen höre ich, dass sie das ganze Swipen und Matchen mittlerweile als ermüdend und aussichtslos empfinden, von anderen wiederrum höre ich genau das Gegenteil. Sie treffen regelmäßig Menschen, die sie zuvor auf dem Online Dating-Markt kennen und mögen gelernt haben.  

Aber wie kann es sein, dass wir so unterschiedliche Erfahrungen mit den verschiedenen Plattformen machen? Nun ja, alles eine Frage der Perspektive vermute ich mal. Zugegeben, wer viele Erwartungen hat, wird auch schneller enttäuscht.  

Kein Commitment, keine Probleme. 

Eine Umfrage in meiner Community hat ergeben, dass viele sich mittlerweile von spezifischen Dating-Zielen verabschiedet haben und völlig unvoreingenommen an die Sache rangehen. Nun ja, Ausnahmen bestätigen die Regel, denn einige antworteten ganz klar, dass sie die Apps lediglich für schnellen, unverbindlichen Sex nutzen und demnach nicht auf der Suche nach der großen Liebe sind. Diese Fraktion wird wohl auch weniger enttäuscht und am Ende befriedigt ins Bett gehen.  

Die Suche nach der großen Liebe braucht Zeit, meine Meinung. Liebe entsteht nicht durch Matchen und setzt die Bereitschaft voraus, sich wirklich öffnen und einlassen zu wollen. Dafür braucht es mehr als drei schicke Profilbilder und eine witzige Biografie. Mal davon abgesehen sollten wir nicht vergessen, dass nicht jede:r es unbedingt so ernst mit dem Geschriebenen meint. In erster Linie wollen die meisten auffallen, ist ja klar. Im Dating-Dschungel geht schließlich einiges an Information schnell verloren.  

Kein Match, keine Erwartungen.  

Ich bin mittlerweile selbst auch dazu übergegangen, mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen und versuche durch den Aufbau eines Gesprächs zu ergründen, ob wir wirklich die gleiche Wellenlänge haben. Das scheint bei vielen ebenso der Fall zu sein, zumal die beliebteste Antwort auf meine Frage, mit welchem Ziel sie die Apps nutzen lautete: Bevor kein Match bzw. Gespräch entstanden ist, erwarte ich gar nichts.  

Klingt so, als würde da die ein oder andere bereits erlebte Enttäuschung mitschwingen. Auch das Aussehen stand bei den meisten an zweiter Stelle, die Ausstrahlung dafür an Erster. Mehr als verständlich! Mir ist im Laufe der Jahre auch aufgefallen, dass ich immer mehr auf die Wirkung achte, die der Mensch auf mich hat. Auch ein schönes Gesicht spricht mich nicht immer direkt an, weil mir zum Beispiel ein gewisses Glitzern im Blick oder ein freches Grinsen fehlt. 


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Absolut nicht. Jede*r von uns, der sich aktiv auf Social Media, allen voran Instagram, rumtreibt, kriegt nicht genug zensierte weibliche Nippel zu sehen. Der Aufschrei ist nach wie vor groß und neben prominenten Vertreter*innen, zeigen auch jede Menge Künstler*innen, Fotograf*innen regelmäßig, was sie von der ungerechten Zensur halten.