Mythos Dreier – Denkt ihr dabei etwa auch an zwei Frauen und einen Mann

Kaum ein Mann träumt nicht vom Sex mit zwei Frauen und auch einige Frauen empfinden diese Konstellation als durchaus erregend. Von zwei Männern verwöhnt zu werden, für viele Frauen auch eine erotische Fantasie, allerdings fällt es den Herren hier schwerer, sich darauf einzulassen. Aber woran liegt das?

Der Dreier mit zwei Männern im Realitätscheck 

Sex zu Dritt kann in den verschiedensten Konstellationen stattfinden, sodass sowohl homosexuelle, bisexuelle als auch heterosexuelle Personen auf ihren Geschmack kommen. Und so gibt es auch durchaus heterosexuelle Menschen, die sich für eine Nacht (oder auch mehr) mal mit ihresgleichen unter die Bettdecke trauen. Und auch Gefallen daran finden. Umso mehr fragt man sich, warum es dann vor allem heterosexuelle Frauen sind, die sich auf das Abenteuer einlassen. 

Ich habe in dem Zusammenhang den Satz „Ja ok, er darf mitmachen und dich anfassen, aber wehe er berührt mich oder geschweige denn meinen Penis.“, schon öfters gehört, als ich es noch zählen könnte. Selbst Augenkontakt schien nur „wenn es sein muss“ drin zu sein und auch das reine Beobachten, taten die meisten Männer als wenig erregend ab.  

Es muss ja nicht zwangsläufig immer ruppig und hart zugehen, wenn zwei Penisse und lediglich eine Vagina am Liebesspiel beteiligt sind. Aber es ist schon verwunderlich, wie oft Konkurrenzdenken dabei in den Vordergrund tritt und wie schnell sich Männer – zumindest war es bei meinen (gleichaltrigen) Affären/Beziehungen der Fall – bedroht fühlen, sobald man von einem weiteren Herrn zwischen den Laken träumt. Konkurrenzdenken ist das Letzte, was wir uns für ein paar leidenschaftlichen Stunden wünschen.  

Sex zu Dritt mit zwei Männern – eine Frage des Alters? 

Natürlich gibt es auch Männer, die bisexuelle/heteroflexible Fantasien haben und keine Scheu davor, diese auch auszuleben oder offen zu. Es ist nie schwarz oder weiß. Trotzdem ist mir im Laufe der Jahre aufgefallen, dass gerade Bisexualität bei Männern erst im fortgeschrittenen Alter auf Akzeptanz und sogar gesteigerte Zustimmung stößt. Zumindest, was meine Erfahrungen und Erlebnisse betrifft. Und auch der sogenannte MMF (Mann-Mann-Frau) scheint eher in „älteren“ Kreisen (40+) auf Anklang zu stoßen, denn meine persönliche Dating App Erfahrung zeigt mir: in diesem Alterssegment gab es gleich mehrere Interessenten, die sich auf meinen Aufruf nach einem weiteren Spielgefährten meldeten.  

Die Männer U30 waren es hingegen, die sich eher abgeschreckt und bereits im Vorhinein in ihrer Männlichkeit bedroht fühlten. Das war auf jeden Fall das, was ich aus ihrem – teilweise sehr „energischen“ – Feedback entnehmen konnte. Männer in ihren Dreißigern schienen sich nicht ganz sicher. Der Gedanke war definitiv bereits gepflanzt, aber an der Umsetzung hatte es bis jetzt bei dem ein oder anderen noch gehapert.  

So würde ich mich (meiner Erfahrung nach) darauf beschränken zu sagen, dass es in unserer Gesellschaft, leider noch zu verpönt ist, offen mit männlicher Bi- geschweige denn Homosexualität umzugehen. Zu schwer wiegen die Erwartungen des Patriarchats auch auf den Schultern der männlichen Schöpfung. Daher erfordert es scheinbar viel Reife (im wahrsten Sinne des Wortes) und erklärt somit auch die zunehmende Offenheit mit steigendem Alter. Auf einmal ist weniger Konkurrenzkampf im Spiel und die Neugier siegt. Schließlich blickt Mann in seinen Vierzigern bereits auf eine sexuelle Vergangenheit mit mehreren Vergleichswerten zurück und fühlt sich infolgedessen vielleicht selbstbewusst, bzw. frei genug, auch mal eine Erfahrung zu machen, die vielleicht im ersten Moment gesellschaftlich nicht gerade super abgefeiert wird.  


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