Klimawandel, Coronakrise und Co.: “Die junge Generation tut mir leid”

Die Corona-Pandemie, das Hochwasser in Deutschland, der Klimawandel, die wachsende Polarisierung der Gesellschaft – das sind Themen, die unsere Autorin Nadine vor Kurzem mit ihrer Oma besprochen hat. Das Fazit der alten Dame? Die junge Generation tue ihr leid…

Komisch, witzig und zugleich traurig 

Rückblickend betrachtet empfindet sie die Einsamkeit, die Corona für viele mit sich brachte, als am schlimmsten. Ebenso wie der ganze Hass und die Wut, die auf den Straßen in Form von Demonstrationen in den letzten Monaten stattgefunden hat. Egal von welcher Seite. Auch das „Nicht-Weggucken-Können“ und ständig im Fernsehen, Radio, Internet, Zeitung damit konfrontiert zu sein, empfindet sie als zehrend. Das haben wir gemeinsam. Wie einige Gedanken, mal wieder.  

Und was das politische Tagesgeschehen betriff, kann sie sowieso niemanden mehr ernst nehmen und verzweifelt ähnlich wie ich, wenn sie morgens mal wieder Nachrichten liest. Es scheint alles offensichtlich so verkehrt, aber trotzdem ändert sich nicht viel. Wieso müssen wir weiter dafür kämpfen, dass unser Planet „schneller gerettet“ wird? (Vorsicht: extrem vereinfacht ausgedrückt, aber ich will hier jetzt keine politische Diskussion lostreten.) Wieso ist es nicht selbstverständlich, dass das gemeinsame Endziel aller Parteien und der Gesellschaft ist, dem Klimawandel entschieden entgegenzuwirken? Stoppen können wir ihn nicht, aber das Tempo gerade wirkt echt bedrohlich. Also: let’s go!  

Aus dem Gespräch bin ich mit einem flauen Gefühl im Magen herausgegangen. Vielleicht hatte ich eher damit gerechnet, dass sie sowas sagt wie „Ach Kind, mach dir keine Gedanken. Früher war alles viel schlimmer und trotzdem ist alle gut ausgegangen und jetzt sitzen wir beide hier und telefonieren.“ 

Sie mir zugestimmt und mein Unbehagen legitimiert

Aber da scheint sie nicht die einzige Großmutter zu sein. Nachdem ich meine Gedanken auf Instagram teilte, meldeten sich einige Follower:innen zurück, deren Omas zur gleichen Zeit geboren waren und ebenfalls nicht sonderlich optimistisch in die Zukunft schauen. Am meisten beeindruckt hat mich dabei das Zitat einer 94-jährigen Dame, die Großmutter eines Followers, die ihn immer wieder darauf hinweist, wie schwer „wir“ es im Gegensatz zu ihnen haben. Sie hatten zwar kein Geld, aber wussten wenigstens noch was Liebe und Freundschaft wirklich bedeutet.  

Das hat mich umgehauen

Und noch nachdenklicher gestimmt. Hat sie etwa Recht? Ich mein, ein Blick in die Regale der Buchhandlungen lässt schon vermuten, dass wir einige Probleme innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen zu bewältigen haben und uns auch nicht wirklich sicher sind, was Liebe eigentlich bedeutet, aber vor allem: darf.  

Na ja, was ich auf jeden Fall aus dem Ganzen mitgenommen habe, ist folgendes: Nie war es wichtiger, füreinander da zu sein. Miteinander statt gegeneinander. Einen gemeinsamen Feind haben wir in jedem Fall: den Klimawandel. Menschengemacht, aber demnach eben auch kontrollierbar. Fragt sich nur wie. Egal, was feststeht: Wir sterben alle, wenn wir ihn nicht verhindern. Alle. Ohne Ausnahme.  

Sollte das nicht als Grund reichen, einfach mal wieder mehr zusammenzurücken?  


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