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Wenn Mann nicht kann …

Sein Begehren lässt sich an seiner Erektion erkennen? Ein häufig verinnerlichter Irrglaube. Warum dieser Gedanke Paare auseinanderbringen und den Selbstwert der Partnerin schädigen kann

Wir erhalten immer wieder Anfragen von Leserinnen, die sich darüber wundern oder auch beklagen, dass anscheinend immer mehr Männer im Bett Probleme haben eine Erektion zu bekommen oder zu halten. Ganz häufig lesen wir in oder zwischen den Zeilen das, was die Frauen daran wirklich beschäftigt: Sie beziehen die Erektionsprobleme ihres Partners auf sich. Sie fühlen sich weniger geliebt, weniger attraktiv oder befürchten gar, dass der Partner eine Andere begehrt. Sie machen ihr sexuelles Selbstwertgefühl von seiner Standhaftigkeit abhängig. Wir haben uns gefragt, warum das so ist und was sich dagegen tun lässt.

Es ist doch so. Frauen haben auch nicht immer Lust. Frauen haben auch nicht bei jedem Mal einen Orgasmus. Und? Ist das schlimm? Nein, in der Regel nicht. Warum auch, kann ja auch so schön sein. Ganz ohne Höhepunkt. Ist es für den Mann ein Problem, wenn die Frau nicht kommt? Nun vielleicht, aber hier sind Frauen eindeutig im Vorteil und geben ihm, in der Annahme, wie wichtig es für ihn sein könnte, das Schauspiel, das sie meint, das er braucht. Er denkt, dann ist es ja gut und dann vor allem daran, dass er selbst kommt. Sein sexuelles Selbstbewusstsein ist – anders als bei ihr – in erster Linie davon abhängig, dass er selbst immer kann. In seiner Vorstellung „steht er nur so seinen Mann“, ansonsten ist er eben ein „Schlappschwanz“. 

Und Frauen? Die denken auch vor allem an seine Erektion und machen, das Gefühl begehrt zu werden von seinem Höhepunkt abhängig, nicht von ihrem eigenen. Eigentlich doch verrückt oder? 

Nüchtern betrachtet, ist es häufig ganz banal

Bei Lichte betrachtet, könnten sich Frauen in den meisten Fällen entspannt zurücklehnen und die Sache dort lassen, wo sie hingehört. Nämlich bei ihm. Erektile Dysfunktion hat in den allermeisten Fällen körperliche Ursachen. Das gilt es zunächst beim Facharzt abzuklären. Erektionsstörungen nehmen mit dem Alter deutlich zu, von den über 60-Jährigen sind rund die Hälfte betroffen. Mit uns Frauen hat das erstmal gar nichts zu tun. Organisch läuft es halt nicht mehr so rund wie mit 20 oder 30. Bei Frauen ist dies übrigens nicht anders, nur dass es nicht so offensichtlich ist. 

Schwierig kann vor allen die Dynamik werden, die sich daraus entwickelt. Der Mann leidet, weil er „es nicht mehr bring“t und beginnt an seinen Qualitäten als ganzer Mann zu zweifeln und die Frau leidet, weil sie ihn offenbar nicht (mehr) dazu bringen kann, ein ganzer Mann zu sein. Das wiederum setzt ihn unter Druck, weil er ja gar nicht will, dass sie zweifelt (weder an ihm, noch daran, dass er sie begehrenswert findet), was dann die Schwierigkeit, eine Erektion zu bekommen, verstärkt. Ein unschöner und nebenbei völlig überflüssiger Kreislauf.

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Über den Autor/die Autorin

Christiane Lénard

Christiane Lénard studierte Psychologie und Soziologie und leitete seit 2010 die wissenschaftliche Abteilung von Parship. Als Matchmaking Expertin weiß sie alles darüber, wer mit wem und warum wie gut zusammenpasst. Ansonsten versucht die Wahlhamburgerin ihre beiden Kinder und ihren Ehemann davon zu überzeugen, wie großartig es ist, im Dauerregen spazieren zu gehen. Da dies in der Regel erfolglos bleibt, vertreiben Sie sich stattdessen die Zeit damit, skurrile Interior- und Designläden aufzuspüren.