Der Soundtrack in deinem Kopf, wenn du über Sex fantasierst

Sex-Fantasien müssen keine Stummfilme sein, fand ein Forscher heraus. Welche Musik läuft in deinem Kopf ab?

Wer an sexuelle Fantasien denkt, hat meist Bilder im Kopf. Aber Erotik nehmen wir wahr mit allen Sinnen. Wir riechen, wir schmecken, wir tasten, wir sehen – und wir hören! Sexuelle Fantasien sind nämlich kein Stummfilm. 

Ein Beispiel für unnötiges Wissen oder eine interessante Entdeckung? Der US-amerikanische Sexualwissenschaftler Justin Lehmiller, der seit Jahren über erotische Fantasien und Wünsche forscht, interviewte über 4000 Frauen und Männer zu ihren Wünschen und Bedürfnissen im Schlafzimmer (und an allen anderen Orten). Er wollte wissen: Was ist der Soundtrack deiner sexuellen Fantasie? Und damit war nicht Dirty Talk gemeint. Oder die Geräuschkulisse, die durch Seufzen, Stöhnen, Brummen und Schnurren entsteht. Die ist davon unberührt. Aber deshalb keineswegs unwichtig. 

Überraschend ist vielleicht, dass über die Hälfte der Befragten tatsächlich – zumindest ab und an – Musik hört in ihren Fantasien. Oder besondere Songs mit diesen Fantasien verbindet. Woher die überhaupt kommt, ist natürlich ebenfalls einen Blick wert. Hauptsächlich von früheren Erfahrungen. 

Langsamer Rhythmus oder lieber ansteigend?

Je nachdem, was die Charts hergaben, hatten beispielsweise in den 90ern wirklich viele schon einmal Sex zu Massiv Attack (angenehmer Rhythmus) oder zu einem Remix von Bolero (ansteigender Rhythmus), weil diese Musik in den Charts war oder durch einen Film mit erotischem Inhalt, weil sie dort als Soundtrack verwendet wurde. Da wir heute aber unbegrenzten Zugriff auf Musik und Film haben, setzen sich solche Bezüge nicht mehr so massenhaft durch. Die Folge: mehr Vielfalt.

Wer hat denn nun Musik im Kopf, wenn der erotische Film vor dem geistigen Auge abläuft? Es sind doppelt so viele Frauen als Männer, dabei ist die sexuelle Orientierung bei allen Geschlechtern nicht relevant. 

Und in welchen Situationen? Laut Lehmiller antworteten die Befragten am häufigsten: “Es hängt von der Stimmung/Situation/Person ab“, “es variiert“, “es ist zufällig“, “was auch immer ich gerade im Kopf habe/mein Lieblingslied” oder “es gibt kein bestimmtes Lied“. Danach nannten sie “allgemeine” Musik eines bestimmten Genres – am häufigsten klassische oder instrumentale Musik.


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