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Wenn du mich jetzt sehen könntest – Zeilen an meinen Ex

Jule Blogt hegt keinen Groll gegen ihren Ex. Dennoch würde sie ihn gerne noch einmal konfrontieren – mit ihrem heutigen Glück, das nur möglich war, weil er nicht mehr Teil ihres Lebens ist

Ich wünsche mir eine Maschine, mit der ich von mir ausgesuchte Menschen irgendwohin beamen könnte. Abgesehen davon, dass der Mond dann ziemlich überbevölkert wäre, würde ich eines sofort tun: Meinen Ex-Freund in meine Nähe bugsieren. Nein, nicht weil ich ihn vermisse oder noch etwas mit ihm zu klären habe, sondern um zu zeigen, wie glücklich ich nun ohne ihn bin. Ich würde ihn in einem Moment dazuholen, der mein aktuelles Leben widerspiegelt.

Eine Tanzfläche, aus den Boxen dröhnt die beste Musik und um mich herum eskaliert mein Freundeskreis. Ja richtig, ich inmitten von Menschen, die meine Gegenwart zu schätzen wissen. Das war eines der Dinge, die ich damals nicht hatte. Mein Ex und ich hatten uns und ein paar Pärchenfreunde, aber damit war das Thema Freundeskreis auch schon gegessen. Mit der Zeit geriet in Vergessenheit wie wichtig es ist, sich mit anderen austauschen zu können. Dass eine Beziehung keine Freunde ersetzt, wurde mir erst nach der Trennung bewusst. Ich stelle mir seine neidischen Blicke vor, während ich mit meinen Liebsten lache. Fiel es mir doch so leicht, in der Single-Welt Anschluss zu finden, derweil der alte Pärchen-Freundeskreis zerbrach.

Ich würde meinem Ex ein Bier ausgeben

Wenn ich meinen Ex zu mir beamen könnte, ich würde ihm ein Bier ausgeben. Ich würde ihm sagen, dass unsere Trennung mich zu einem besseren Menschen gemacht hat. Damals machte ich mir wenig Gedanken um die Beziehungspflege. Hauptsache mir geht es gut, war mein Kredo. Hätte ich die harte Single-Phase nicht durchschritten, ich würde heute noch erwarten, dass mich mein Partner glücklich macht ohne dass ich groß investiere. Du hast bestimmt gedacht, dass ich mit dieser Lebenseinstellung nach der Trennung auf keinen grünen Zweig kommen werde. Ganz ehrlich, du hattest Recht, zumindest in den ersten Jahren. Es hat eine Weile gebraucht bis ich meine Irrtümer erkannte und merkte, was damals bei uns schief gelaufen war. Und genau darum möchte ich, dass du mich so siehst, wie ich jetzt bin.

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Über den Autor/die Autorin

Jule Blogt

Jule ist eine waschechte Berliner Single-Frau Ende 20. Wenn sie nicht gerade “irgendwas mit Medien” macht, schreibt sie einen Blog über das aufregende Leben als Großstadtsingle. Sie bloggt auf juleblogt.de