Warum Trostbeziehungen eine grauenhafte Idee sind

Gerade verlassen und schon den Nächsten am Start? Damit verpassen wir leider eine wertvolle Chance: Uns selbst kennenzulernen

Bei manchen Dingen bin ich etwas verwundert. Zum Beispiel, wenn Menschen nach zig Jahren Beziehung verlassen werden, aber vier Wochen später verschmuste Bilder mit jemand Neuem auf Facebook posten. Außerdem – ist das nicht die Frau, die mein guter Freund vorher etwas nervig fand?

Auch eine Freundin von mir hat 24 Stunden nach dem großen Trennungsdrama bereits mit dem Nächsten gechattet. „Das war Schicksal“, hat sie dazu gesagt. Wirklich? Vier Monate später hat sich nämlich das Schicksal als ziemlich mieser Verräter rausgestellt.

Schauen Sie auch mal nach innen

Trostbeziehungen nennt man wohl diese Verbindungen. Ich gebe zu, dass ich noch nie eine hatte. Ich brauche immer erst fünf Kilo Vertrauen, bevor ich jemanden in mein Herz lasse. Aber ich bewundere auch die anderen, die das offenbar schneller können.

Trotzdem würde ich manchmal meinen Freunden gern raten, eine Zeit lang Single zu bleiben. Warum? Weil ich finde, das man dies für sich selbst tun sollte – und für den zukünftigen Partner.

Wir müssen lernen, Schmerz auszuhalten

Klar, wer verlassen wird, fällt in ein Fass voller Schmerz. Ganz egal, ob die Trennung absehbar war oder nicht. Ich kenne wirklich niemanden, den das kalt lässt. Es ist eine schlimme Zurückweisung.

Aber gehört es nicht zum Leben dazu, auch Schmerz auszuhalten? Unser Alltag kann gar keine Aneinanderkettung von Glücksmomenten sein. Selbst, wenn wir erfolgreich hoch zehn wären oder die scheinbar perfekte Beziehung hätten. Alles ist im Wandel: Es wird immer wieder Traurigkeit kommen und gehen. Glück übrigens auch.


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