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Den Partner akzeptieren – ohne Wenn und Aber

Vom Partner akzeptiert werden, mit allen Stärken und Schwächen – wer wünscht sich das nicht! Akzeptanz ist die Grundlage einer glücklichen Partnerschaft. Aber was genau ist mit „Akzeptanz“ gemeint?

Ich glaube, eine Beziehung ist nur dann wirklich glücklich, wenn beide Partner einander ohne Wenn und Aber akzeptieren. Okay, das klingt ganz schön anspruchsvoll. Ich kann mir aber einfach nicht vorstellen, dass eine Beziehung funktioniert, wenn da ständig ein „Aber“ im Raum steht. Akzeptanz ist das Fundament einer gelingenden Beziehung. Wir wollen in einer Beziehung als die Person angenommen und geliebt werden, die wir sind, mit allen Stärken und Schwächen, Licht- und Schattenseiten. So wie idealerweise einst als Kind von unseren Eltern.

Was Akzeptanz (nicht) bedeutet

Um vorab ein mögliches Missverständnis auszuräumen: Akzeptanz darf nicht mit Toleranz verwechselt werden, also einem – im Wortsinne – Erdulden und Ertragen. Akzeptanz, wie ich sie im Beziehungskontext verstehe, ist nicht auf das Äußere gerichtet, sondern auf das Innere eines Menschen, auf seine Innenwelt.

Wenn ich meinen Partner akzeptiere, heißt das nicht, dass ich zugleich bereit bin, jedes Verhalten von ihm zu erdulden, oder dieses sogar gutheiße. Dass ich immer gute Miene zum bösen Spiel mache. Es bedeutet vielmehr, dass ich die Bereitschaft aufbringe, neugierig und mutig hinzuschauen, wie es ihm geht, seine Gefühle „anschaue“, seine Wünsche, Begierden, Bedürfnisse, Gedanken, Fantasien und was es sonst noch alles in ihm zu entdecken gibt. Und dass ich dieses Innere gewissermaßen zulasse, da sein lasse, es nicht „wegmache“, verleugne, verdränge oder abwerte. Alles Innere darf erstmal einfach da sein und wird von mir angenommen, so wie es im Moment gerade ist, offen und wertfrei. Das kann die Innenwelt des Partners sein, aber natürlich auch meine eigene.

Wenn ich diese Bereitschaft nicht aufbringe, signalisiere ich meinem Partner: Dein Gefühl (Bedürfnis, Wunsch, usw.) darf nicht sein. Ich versuche es zu kontrollieren, manipulieren oder gar eliminieren. Doch was bekämpft wird, wehrt sich und kann schnell größer werden. Wenn ich zum Beispiel Angst habe, nur noch an meine Angst denke und verzweifelt versuche, sie „wegzumachen“, wird sie noch größer.

Den Partner zu akzeptieren bedeutet, sich für die Innenwelt des Partners zu öffnen, diese wertfrei anzusehen und sein zu lassen, wie sie ist. Man könnte auch von Achtung oder Respekt sprechen. Akzeptanz bedeutet allerdings ausdrücklich NICHT, jedes Verhalten, das aus Gefühlen und Gedanken resultiert, gutzuheißen. Nur weil man zum Beispiel wütend ist, muss man nicht rumbrüllen, beleidigend oder gar gewalttätig werden. Und solches Verhalten sollte auch nie akzeptiert oder toleriert werden!

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Über den Autor/die Autorin

André Martens

André Martens ist Philosoph und Psychologe. Er schreibt leidenschaftlich gern - nicht zuletzt über die Liebe. Ob wir uns diesem Phänomen mit Worten tatsächlich annähern können, ist seine große Lebensfrage. Und solange er die Antwort nicht kennt, schreibt er fleißig weiter.