3 Geheimnisse, warum es noch nie so verwirrend war wie heute, ein Mann zu sein

Man muss nicht mehr erläutern, dass der moderne Mann eine Art Sinnkrise hat. Darüber wurde mittlerweile genug geschrieben und gesagt. Allerdings möchte unser Autor Anchu Kögl erklären, warum es heutzutage für viele Männer so verwirrend ist, ein Mann zu sein

Für die Sinnkrise des Mannes sind vor allem drei gesellschaftliche Veränderungen verantwortlich.

1. Fehlende männliche Vorbilder

Jungs brauchen Männer, um sich zum Mann zu entwickeln. Doch in den letzten Jahrzehnten sind immer mehr Jungs ohne Vater aufgewachsen. Dadurch fehlt in frühen Jahren das wichtigste männliche Vorbild.

Abgesehen davon, dass den meisten Jungen der Kontakt mit dem eigenen Vater fehlt, fehlt ihnen in jungen Jahren (und oft auch als Erwachsener) der Kontakt zu anderen Männern. Die meisten Erzieherinnen im Kindergarten sind weiblich. Ein Großteil der Lehrer, die man in den ersten Jahren in der Grundschule hat, sind Frauen. Und zu Hause, wie schon erklärt, wartet dann häufig eben nur Mama.

2. Die männliche Identität

Lange Zeit basierte die männliche Identität vor allem darauf, einen guten Job zu haben und der Versorger der Familie zu sein. Doch das, was damals noch der Inbegriff von Männlichkeit war, hat heutzutage stark an Bedeutung verloren.

Durch die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre sind Frauen, zumindest in der westlichen Kultur, finanziell nicht mehr von Männern abhängig. Sie verdienen oft genauso viel wie Männer oder sogar noch mehr als ihre Partner.

Männlichkeit impliziert in diesen Zeiten deutlich mehr, als „nur“ der Versorger der Familie zu sein. Und das müssen viele Männer erst mal verdauen.

3. Erwartungen der Frauen

Auch die Rolle der Frau hat sich in letzter Zeit stark verändert. Und dadurch auch die Ansprüche der Frauen an uns Männer. Wie gerade eben erklärt: Frauen reicht es schon lange nicht mehr aus, dass ein Mann gut verdient und der Versorger ist. Frauen wollen mehr.

Sie wollen einen Mann, der Zugang zu seinen Gefühlen hat und sich emotional öffnet; gleichzeitig soll er aber trotzdem noch männlich sein. Ein Mann sollte sensibel sein, gut zuhören können und sie verstehen, im nächsten Augenblick aber wieder der leidenschaftliche und dominante Liebhaber sein, der sie sich wieder ganz Frau fühlen lässt.

Auch darf Mann auf keinen Fall zu dominant, selbstsicher und männlich auftreten. Möchten Männer auch wirklich Frauen kennenlernen, dann „müssen“ sie letztendlich doch den ersten Schritt machen. Denn dass Frauen beim Dating die Initiative übernehmen ist eine Ausnahme, trotz unzähliger Debatten über die soziale Gleichberechtigung.

Kein Wunder also, dass der moderne Mann ein wenig verwirrt und verloren ist. Doch letztendlich geht es vielen Frauen ähnlich. Auch sie schaffen nur selten den Spagat zwischen Power-Karrierefrau, Mutter und hingebungsvoller Liebhaberin.

Die Veränderungen der Gesellschaft in den letzten Jahren haben zu steigenden Anforderungen an Männer und Frauen geführt. Und dadurch sind wir letztendlich alle ein wenig verwirrt.

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