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Wie Schenken wieder Spaß macht

Zu viel Auswahl, zu viele Fragen, aber etwas Besonderes soll es natürlich schon sein: Schenken stresst immer mehr Menschen – dabei muss das nicht so sein

Ob zu Weihnachten, Geburtstagen oder Hochzeiten: Wo es etwas zu feiern gibt, schenken sich Menschen etwas. Sätze auf Einladungskarten wie „Mitbringen: Gute Laune und Euch!“ werden von lebensklugen Gästen als das entlarvt, was sie sind: Höflichkeitsfloskeln. Oder gibt es etwas Unangenehmeres, als auf einer Party ohne Geschenk aufzukreuzen und festzustellen, dass alle anderen Gäste den (vermeintlichen) Wunsch des Gastgebers konsequent ignoriert haben?

Doch für viele Menschen ist Schenken mittlerweile gleichbedeutend mit Stress. Viel Stress. Ihnen treibt allein der Gedanke an eine bevorstehende Feier den kalten Schweiß auf die Stirn: Was um Gottes Willen besorgen? Und wie viel darf man ausgeben? Man hat ja überhaupt keine Idee! Und findet man dann doch endlich etwas, was als Präsent geeignet erscheint, kommt da schon die nächste Gewissensfrage gemein um die Ecke: Und wenn das Geschenk nun gar nicht gefällt?

Das kann passieren.

Was allerdings noch viel öfter passiert, ist Folgendes: Wir sind alle so sehr mit unserem Geschenkestress beschäftigt, dass wir den Sinn und Zweck des Schenkens darüber total vergessen: den Sinn des Schenkens?

Jemand anderem eine kleine Freude machen. Ihm oder ihr mit dem Geschenk zeigen: Ich freue mich mit dir! Hier als Zeichen dafür ein kleines Präsent.

Typische Geschenkefallen

Die gute Nachricht. Wir sind nicht allein damit. Wir tappen regelmäßig in typische Geschenkefallen, die uns den Spaß am Schenken vermiesen – erkennen Sie sich hier wieder?

1. Je teurer, desto besser

Egal, ob es sich um den Partner oder eine entfernte Bekannte handelt: Geschenke, so ein häufig gelebter Glaubenssatz, müssen etwas kosten, sonst sind sie nichts wert. Frei nach der Devise „Je teurer, desto besser“ stürzen wir uns in Unkosten, die nicht nur unseren, sondern auch oft den Rahmen des Üblichen sprengen. Am Ende gewinnt nur der Händler: Der Beschenkte ist peinlich berührt („Das ist doch viel zu teuer gewesen!“) und einem selbst blutet das Herz beim Blick auf den Kontoauszug. Unschön.

2. Eindruck schinden

Viele Menschen schenken anderen etwas, was sie selbst gerne hätten. Das kann im Einzelfall funktionieren, etwa, wenn man genau weiß, dass die Beschenkte ein ebenso großer Fan von Einhorn-Kuscheltieren ist. Oftmals steckt jedoch etwas anderes hinter dieser Form des Schenkens: Selbstbezogenheit, wo das Herausfinden von wirklichen Wünschen gefragt wäre. Wer ohnehin nur aus Pflichtgefühl schenkt, sollte es vielleicht doch besser bleiben lassen – oder auf die sicherste Geschenkevariante ausweichen: Geld.

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Über den Autor/die Autorin

Simone Deckner

Simone Deckner liebt vieles: britischen Humor, Karamellcreme, PJ Harvey, ihren Freund, Dokumentarfilme, freie Vormittage mit ihrem Hund, „Medical Detectives“ und ihren Beruf. Seit 2002 arbeitet die freie Journalistin in Hamburg, zuletzt u.a. im Ressort Liebe&Partnerschaft für BRIGITTE Digital.