Was Vertrauen für mich bedeutet

Folgt auf jedes Glück irgendwann unweigerlich das Pech? beziehungsweise-Autorin Christiane Spooren über den ständigen Versuch, ihrem Glück vertrauen zu können und sich einfach darüber zu freuen, dass sie es hat

Manchmal liege ich nachts in meinem Bett, neben mir der tollste Mann der Welt, und frage mich, wann das dicke Ende kommt. In meinem Bauch strampelt das Produkt unserer Liebe eifrig in meine Rippen, und ich denke mir: So viel Glück kann doch nicht normal sein. Irgendwann muss das Leben mir eine Backpfeife verpassen.

Vertrauen in die Liebe

Das mit dem Vertrauen ist gar nicht so einfach. Klar weiß ich, dass ich ein glückliches Leben verdient habe. Wer hat das nicht? Aber dieses Glück nicht zu hinterfragen und einfach darauf zu vertrauen, dass es beständig ist – das ist etwas, was mich die Rückschläge aus der Vergangenheit nicht gelehrt haben. Immer wieder, wenn auch immer seltener, klopfen die nagenden Zweifel an meine Tür und verlangen Aufmerksamkeit. Kann das wirklich echt sein? Sollte ich nicht vorsichtiger sein? Was ist, wenn …

Vertrauen ins Leben

Ja, was eigentlich? Wenn ein derber Schicksalsschlag unser Glück zerrüttet zum Beispiel. Manchmal winke ich meinem Schatz hinterher, wenn er gutgelaunt ins Auto steigt, und spüre einen Angstschauer meinen Rücken hinunterlaufen. „Fahr bitte vorsichtig“, wispere ich tonlos und hoffe inständig, dass er heil zu mir zurückkommt. Oder ich drücke in meinen Bauch, um einen Tritt zu provozieren, der mich beruhigt – alles ist in Ordnung. Natürlich kann ich nicht ständig mit Angst durchs Leben laufen. Während ich hier im Zug sitze, kann ein Gegenzug in uns hineinkrachen, und alles ist vorbei. Oder ein Auto fährt mich später über den Haufen. Aber wie wahrscheinlich ist das?

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