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Was passiert mit der Liebe, wenn der Partner zum Pflegefall wird?

Was passiert mit der Liebe, wenn der Partner nicht mehr aufstehen, nicht mehr sprechen, nicht mehr alleine zur Toilette kann, komplett pflegebedürftig ist, weil er einen Schlaganfall hatte oder einen Unfall? Birgit Ehrenberg folgt den Geschichten von sechs Paaren. Ein Buchauszug

Nina und Arthur

«Wissen Sie, es kommt hinzu, dass Arthur sich mir gegenüber auch nicht wie ein Pflegefall benimmt, sondern wie ein Liebender», sagt Nina. «Es vergeht kein Tag, wo er mich nicht morgens fragt, wie es mir geht, was ich fühle, was ich denke. Er sorgt sich um mich wie ich mich um ihn. Er nimmt mein Gesicht in die Hände und küsst mich auf die Stirn. Er sagt ja zu mir. Nicht weil ich ihn pflege, nicht aus Dankbarkeit, das auch, aber vor allem, weil er mich liebt. Ja, so fühle ich mich, gewollt, geliebt. Ich bin erstaunt über Arthurs Liebeswillen, ungeachtet seiner Krankheit ist er mit seine Liebe präsent.»

Die beiden gehen gut damit um, was mit ihrer Liebe passiert, denke ich, produktiv, weil sie eben beide damit umgehen, nicht nur der Pflegende. Das ist eine wirkliche Beziehung zwischen Nina und Arthur. Einer trage des anderen Last, der Kranke die des Gesunden und der Gesunde die des Kranken. Und sie freuen sich auch miteinander und aneinander.

Schade, dass sie nicht zusammen alt werden dürfen. Ich bin sicher, dass für Nina dieses unumstößliche Wissen, dass Arthur der Mann ihres Lebens ist, dem Leid die Schwere nimmt, dass es Arthur genauso geht. Er kann die Liebe und die Pflege Ninas auch in seiner Lage souverän annehmen, weil er keinen Zweifel an der Liebe hat.

Ich kenne eine Frau, die mir erzählte, dass sich ihr an Krebs erkrankter Freund von ihr getrennt hat, weil er plötzlich erkannte, dass sie nicht die Richtige ist. Er liebte sie, aber er fand, dass sie nicht zu ihm passt für das ganze Leben. Menschen denken also in einer Grenzsituation wie der, dass sie mit dem Tod rechnen müssen, durchaus an das Leben, an das ganze Leben wohlgemerkt, egal wie lange es vielleicht noch dauern mag. Der Mann wollte sich aus Zweifel an der Liebe zu seiner Freundin nicht von ihr begleiten und gar pflegen lassen. Die Frau liebte ihn auch, trotzdem empfand sie nach der Diagnose ebenfalls, dass er nicht der Richtige ist. Er war danach «pur», sagte sie, er zeigte plötzlich Seiten, mit denen sie nicht zurechtkam, nichts Schlimmes, aber ihr sehr Fremdes. Dennoch hätte sie ihn gepflegt, sie hätte sich nicht vorstellen können, einen schwerkranken Mann zu verlassen. Der Mann ist wieder gesund geworden, beide sind heute mit anderen Partnern verheiratet und glücklich.

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Über den Autor/die Autorin

Birgit Ehrenberg, geboren 1962, ist Journalistin und studierte Philosophin. Sie begleitet und unterstützt Menschen mit ihrer Expertise in existenziellen Fragen zur Liebe und ist seit vielen Jahren erfolgreiche Autorin zum Thema. Auf beziehungsweise führt die Liebesforscherin mit Paarberater Eric Hegmann regelmäßig Gespräche über das Wesen der Liebe.