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Von der Liebe in Zeiten der Generation Maybe

„Vielleicht liebe ich dich. Mag schon sein.“ Seit ein paar Jahren sind solche Aussagen salonfähig. Die Generation Maybe hat die Bühne betreten und prägt ein komplett neues Bild der Liebesbeziehung

Wahrscheinlich erinnern Sie sich noch an die Kampagne einer Zigarettenmarke, die mit dem Slogan „Don’t be a maybe!“ („Sei kein Vielleicht!“) um Kunden warb. Die Aussage ist simpel: Sei nicht unentschlossen – entscheid dich einfach mal! Adressat dieser provokanten Reklame war die vom Journalisten Oliver Jeges so getaufte „Generation Maybe“.

Unentschlossene, Zauderer, Verwirrte

„Maybes“ sind 20- bis 35-Jährige, denen es eigentlich sehr gut geht und die innerlich trotzdem das Gefühl haben, auf der Stelle zu treten. Es sind Menschen, die sich nicht gerne entscheiden. Unentschlossene. Zauderer. Orientierungslose. Verwirrte. Prokrastinierer. Abwarter.

Keine Zweifler und Erneuerer, wie die 68er. Eher Verwalter des Wohlstands ohne echte Ziele. Eine mit sich selbst überforderte Generation. Ohne große Vorbilder, ohne viel Biss.

Jeges drückt es in einem WELT-Artikel folgendermaßen aus: „Es sind der Möglichkeiten zu viele, so scheint es. Wir haben vergessen, wie man Entscheidungen trifft. Und wir haben es uns in unserer Unentschlossenheit bequem gemacht. (…) Wir wollen Lebenskünstler sein und denken wie Beamte. Wir verwalten das Erbe unserer Eltern und Großeltern. Ein postmodernes „Anything goes!“ hat uns überrumpelt, und jetzt wissen wir nicht mehr weiter.“.

Maybes fürchten die großen Fragen des Lebens

Wenn man genauer hinschaut, liegt Jeges mit seinen Beobachtungen nicht ganz falsch. Natürlich ist eine Generation keine homogene Gruppe. Das war die Generation Y nicht, die Generation X, die so genannten Baby-Boomer, die Generation Praktikum, die Generation Golf und wie sie alle heißen. Es gibt (reichlich) Ausnahmen und natürlich (reichlich) Abstufungen.

Was aber auffällt, wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umhöre: Der „Maybe“-Gedanke wirkt sich inzwischen massiv auch auf das Verständnis von Partnersuche und Beziehungen aus. Viele Maybes sind unfähig, die großen Entscheidungen des Lebens anzugehen. Auch in Liebesfragen.

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Über den Autor/die Autorin

André Martens

André Martens ist Philosoph und Psychologe. Er schreibt leidenschaftlich gern - nicht zuletzt über die Liebe. Ob wir uns diesem Phänomen mit Worten tatsächlich annähern können, ist seine große Lebensfrage. Und solange er die Antwort nicht kennt, schreibt er fleißig weiter.