So sehen Männer die Liebe – Part II: Männer um die dreißig

Männer sind ein bisschen wie Käse: Mit dem Alter werden sie nicht zwingend besser – aber je länger der Reifungsprozess, desto mehr verändert es sie und ihren Geschmack. Wie also ticken Männer in Sachen Liebe mit 20, 30 und 40? Eine Bestandsaufnahme in drei Teilen

Wer sind Männer um die dreißig?

Mit dem Abschluss des dritten Lebensjahrzehnts sind die meisten Männer beruflich auf der Zielgeraden oder bereits in einer Gehaltsklasse angekommen, mit der sie sich den selbstgesetzten Lebensstandard finanzieren können. Jetzt, wo das Aufstehen nach einer nächtlichen Totaleskalation nicht mehr ganz so leicht fällt und sich möglicherweise schon die ersten grauen Härchen zeigen, achten sie ein bisschen mehr auf ihren Körper. Sie setzen sich mit gesunder Ernährung auseinander, gehen vielleicht sogar auf den Wochenmarkt und besitzen eine vernünftige Kaffeemaschine. Männer um die dreißig wissen mittlerweile ganz gut, wer sie sind und was sie wollen. Zumindest denken sie das. Ihr beruflicher Werdegang und diverse persönliche Erfahrungen haben sie selbstbewusster gemacht, sie können seichten Smalltalk von echter Konversation unterscheiden und scheuen nicht davor, ihre Meinung zu sagen. Ihre Freunde und Hobbys sind ihnen heilig – schließlich waren sie inmitten der letzten bewegten Jahre ihre treuesten Begleiter. Vermutlich anders als die Frauen in ihren Leben.

Wo stehen sie in der Liebe?

Wer jetzt noch oder wieder Single ist, beschäftigt sich eher als noch vor zehn Jahren mit dem Gedanken an eine feste Beziehung. Männer um die dreißig haben sich meist bereits ganz ordentlich ausgetobt, eine oder zwei festere Partnerschaften hinter sich und vielleicht auch mit jemandem zusammengelebt. Höchstwahrscheinlich wurde ihnen auch schon einmal schlimm das Herz gebrochen. Über die Liebe haben sie aber eine Menge hinzugelernt, darüber, was Frauen mögen und was sie zur Weißglut treibt, wie man sie in gute Gespräche verwickelt. Somit erfüllen sie schon einige grundlegende Dating-Kriterien. Sie hören einem gelegentlich richtig zu, gehen lieber Brunchen als zu McDonald’s, bezahlen das Taxi und machen das Bett, bevor sie gehen. Auch sexuell sind sie jetzt selbstsicherer und wissen besser, was sie tun. Zwar verdreht ein hübscher Hintern noch immer ihre Köpfe, trotzdem sind sie nicht mehr ganz so umtriebig wie noch mit Anfang zwanzig. Allmählich freunden sie sich mit der Vorstellung an, die Frau fürs Leben zu finden und gemeinsam ein schönes Nest zu bauen.

Wonach suchen sie?

Die meisten Männer sind jetzt soweit: Sie wünschen sich eine stabile Beziehung. Hochzeit und Kinder sind trotzdem häufig noch Zukunftsmusik – im Moment genügt ihnen, dass sie ihr eigenes Geld verdienen und sich (also nur sich) das Leben damit so angenehm wie möglich gestalten können. Sie mögen das heimelige Gefühl einer festen Partnerschaft, aber dafür die persönlichen Freizeitpläne und den Gedanken an den schnieken Flitzer über Bord werfen? Für einige noch unvorstellbar. Dennoch beginnen viele darüber nachzudenken, ob sie nicht eigentlich gern verhältnismäßig junge Väter wären, die Fußall spielen ohne akute Herzinfarktgefahr. Deshalb verschieben sie auch mehr oder weniger bewusst die Regler an ihrem Frauenradar. Haben sie zu Beginn ihrer wilden Zwanziger noch eher nach aufregenden Abenteuern Ausschau gehalten, gilt es jetzt nach und nach, die Rolle der Ehefrau und potentiellen Mutter zu besetzen. Männer in diesem Alter suchen jemandem, auf den sie bauen können, der ihren Humor und ihre grundlegenden Ansichten teilt. Der mehr ist als ein Accessoire.

Was heißt das für die Frauen?

Von einem Mann knapp vor oder jenseits der dreißig kann man durchaus ein paar Zugeständnisse in Sachen Treue und Verbindlichkeit erwarten. Er will nicht heute oder morgen heiraten? Okay, genießen Sie die Anfangszeit und tun Sie gemeinsam Dinge nur für sich, bevor Sie sich weiterer Planung widmen. Bezieht er Sie aber auch nach Monaten der Zweisamkeit nicht mal im Nebensatz in seine Zukunftsvorstellung mit ein, klären Sie gründlich, was dahintersteckt und ob Sie hier möglicherweise Zeit und Liebe an jemanden verschwenden, der von langfristiger Bindung allgemein nicht so viel hält. Irgendeinen Grund muss es ja schließlich geben, warum er sich gerade auf dem Single-Markt herumtreibt. Doch auch der umgekehrte Fall existiert: Männer, die von ihrer mittzwanziger Ex-Freundin abgesägt wurden, weil sie mit dreißig mal einen Schritt weiter gehen wollten. Die zuverlässig sind und ihren Weg vor Augen haben. Und eine tolle Frau verdienen, die ihn mit ihnen gemeinsam geht.


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