Kuscheln Sie sich ins Glück

Herbstzeit ist Kuschelzeit. Aber nicht nur wenn es draußen kalt wird, sollten Sie sich aneinander schmiegen. Denn Kuscheln ist enorm wichtig für Ihre Beziehung

Sich aneinander zu kuscheln, tut gut. Das weiß jeder. Denn Kuscheln beruhigt. Dennoch wird Kuscheln unterschätzt und viele Paare erleben es nicht mehr als einfaches Zeichen der Zuneigung und der Zusammengehörigkeit, sondern als Vorspiel zum Vorspiel.

Berührungen machen glücklich und schaffen Bindung. 15 Minuten Kuscheln katapultieren regelrecht die Freude aneinander und der gemeinsamen Beziehung nach oben. Zu diesem Ergebnis kamen gerade gleich mehrere Forscher rund um Toronto.

Wir schaffen Bindung durch Kuscheln

Immer, wenn wir uns nahe kommen und berühren, beginnen die Bindungshormone in unserem Körper ihre Arbeit. Oxytocin beispielsweise. Das sorgt für Mutter-Kind-Bindung ebenso wie für das lebenslange Gefühl von Liebe und – wenn es wegfällt – von Vermissen. Babys hören auf zu schreien, wenn sie in den Arm genommen werden. Und selbst Erwachsene beruhigen sich nach einem Streit durch eine innige Umarmung.

Lassen Sie uns zurückgehen: Stammesgeschichtlich ist Kuscheln eine uralte Kommunikationsform. Als unsere Vorfahren noch nicht sprechen konnten, haben sie bereits kommuniziert. Mit ihren Körpern. Mit ihren Händen. Wir begreifen durch Anfassen. Wenn wir jemandem erlauben uns anzufassen, drücken wir damit aus: Du bist OK. Ich lasse deine Nähe zu. Ich mag dich. Ich fühle mich wohl in deiner Nähe.

Kuscheln ist kein Vorspiel des Vorspiels

Beim Kuscheln wird eine Information in unser Gehirn transportiert – ganz ohne Umwege über die Regionen, in denen der Verstand analysiert – und das reagiert mit einem entspannten „Oh, wie schön!“. Worte sind da unnötig, denn Kuscheln sagt einfach alles, was nötig ist, um Nähe und Bindung auszudrücken.

Viele Paare, die über Flaute im Schlafzimmer klagen, haben sich häufig zuvor unter Leistungsdruck gesetzt. Sie haben sich vielleicht mit Paaren verglichen, die angeblich fünf Mal die Woche die Laken zerwühlen. Oder sie haben lange versucht, ihren Kinderwunsch zu erfüllen und erleben Intimität nur noch als etwas, das zu einem Ziel führen muss.

Kuscheln kann hier therapeutisch wirken. Beispielsweise wenn ein Paar – im Rahmen einer Paarberatung oder eines Coachings – für eine gewisse Zeit ganz auf Sexualität verzichtet und stattdessen auf Kuscheln als Form der Kommunikation setzt. Das gemeinsame Erleben des angenommen Werdens, die Steigerung des Selbstwertgefühls und der Selbstwahrnehmung führen fast immer dazu, dass die Paarzufriedenheit steigt – und irgendwann auch die Lust zurückkehrt. Diese Paare erfahren keine Trennung mehr von Zärtlichkeit, Vorspiel und Intimität.

Deshalb: fassen Sie sich an. Überwinden Sie die Barrieren. Zeigen Sie Ihre Zuneigung körperlich und erleben Sie wieder, wie gut es tut zu erfahren, dass man angefasst werden möchte, dass der Partner das Bedürfnis hat, Sie anzufassen. Ein Ego-Booster, der lange anhält und sie zusammenschweißt.

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