Wie uns manipulative Beziehungen zerstören

Sich durchsetzen wollen und können, ist unerlässlich, um in einer Beziehung nicht verloren zu gehen. Denn wer unter einem niedrigen Selbstwert leidet, wird leicht manipuliert und ausgenutzt

In vielen Partnerschaften und auch in Familienkonstellationen gibt es immer wieder Machtspielchen. Wir wünschen uns zwar Partner auf Augenhöhe, manchmal aber möchten wir uns auch einmal führen lassen, keine Verantwortung übernehmen und den Herzensmenschen “einfach machen lassen”. Kein Problem, solange der Partner dies nicht ausnutzt. Geschieht dies mit Vorsatz, ist klar, das ist schändlich. Aber manchmal gleiten Paare ganz langsam und unbemerkt in eine zerstörerische Paar-Dynamik.

Wer nicht akzeptiert, dass die Bedürfnisse des Gegenübers genauso berechtigt sind wie die eigenen, wird immer versuchen, die eigenen Wünsche durchzusetzen. Am Ende ist es eine Frage der Empathie: Kann ich mich in den Anderen hineinversetzen? Kann ich nachempfinden, warum sie oder er was tut oder möchte? Manipulative Menschen haben häufig eine narzisstische Störung. Und Menschen mit narzisstischen Anteilen haben ein Problem mit Empathie. Wenn sie ihre Wünsche durchsetzen, dann zählt nicht für sie, dass sie damit die Bedürfnisse anderer einschränken. Der klassische Narzisst weiß nicht, dass er ein Narzisst ist, das macht ihn so problematisch und viele Therapeuten sagen sogar, pathologischer Narzissmus ist nicht therapierbar. Denn die modernen Ansätze funktionieren über einen empathischen Zugang. Der ist aber nicht gegeben. Das bezieht sich auf extreme Ausprägungen. Den meisten Menschen kann man ja klar machen, wenn sie Grenzen überschreiten, dass dies nicht okay ist. Die machen das nicht immer mit Vorsatz, fahrlässig trifft es wohl besser. Aber macht es das auch besser für die Betroffenen?

Manipulative Menschen kennen keine inneren Grenzen, alles ist entweder schwarz oder weiß. Sie brauchen keinen Partner auf Augenhöhe, sie suchen einen Wirt, denn sie benötigen und dessen Energie als Bestätigung. Sie idealisieren häufig zunächst ihren Partner und reagieren in der Folge extrem, manchmal sogar aggressiv, wenn ihre Erwartungen enttäuscht werden. So füttern sie bei ihrem Partner immer wieder Angst, Schuldgefühle und Verpflichtungen.

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