Toxische Hobbys: Wenn die Freizeitaktivitäten des Partners die Beziehung belasten

Gemeinsame Hobbys und Freizeitaktivitäten gelten als gesund für die Beziehung. Doch was, wenn die Freizeitgestaltung der oder des Liebsten eine Belastung für das partnerschaftliche Miteinander wird? Jana Seelig erklärt, wann ein Hobby zum toxischen Hobby wird – und wie man damit umgehen kann.

Nicht jedes Paar hat so langweilige Hobbys wie mein Partner und ich – nämlich gemeinsam zu kochen und im Anschluss daran bei einem Glas Wein die neusten Folgen irgendeiner Netflix-Serie zu gucken. Doch auch wenn unsere liebsten Freizeitaktivitäten nicht besonders ausgefallen sind und bei einigen Paaren wohl als so nebensächlich angesehen werden, dass sie nicht einmal von einem gemeinsamen Hobby sprechen würden: gemeinsam ins Kino zu gehen, neue Rezepte ausprobieren oder zu zweit einen Tanzkurs zu besuchen sind Beschäftigungen, die absolut beziehungstauglich sind.

Das lässt sich allerdings nicht von jeder Art der Freizeitgestaltung sagen. Es gibt Hobbys, die Paare nicht enger zusammenschweißen, sondern im schlimmsten Fall sogar zur Trennung führen. Klar, die meisten Hobbys kann man zusammen machen, doch finden sich eben nicht immer Dinge, die beide gleich gerne tun. Während der eine Partner Entspannung in Sportarten wie Yoga oder Pilates findet, kann es sein, dass der andere sich am besten bei einer Runde eSports entspannt und seine Freizeit dementsprechend lieber drinnen vor dem Computer oder der Konsole verbringt statt draußen in der Natur. Das muss natürlich kein Konfliktpunkt sein – kann es aber. Denn sehr unterschiedliche Freizeitbeschäftigungen bedeuten natürlich auch, dass man als Paar weniger gemeinsame Zeit hat.

Sehr unterschiedliche Interessen können problematisch werden

Das betrifft selbstverständlich auch andere sehr zeitaufwendige Hobbys wie zum Beispiel imkern oder das Spielen eines Instruments in einer Band, die zwar nicht hauptberuflich betrieben wird, aber mit genügend Ernsthaftigkeit, dass schon mal 5-6 Stunden wöchentlich im Probenraum draufgehen, plus Konzerte und kleinere Touren. Teilt man diese Interessen nicht oder nur bedingt, kann das eine Herausforderung für die Beziehung bedeuten.

Zwangsläufig toxisch sind diese Arten der Freizeitbeschäftigung allerdings nicht. Zwar benutzen wir das Wort inzwischen im täglichen Sprachgebrauch, um Dinge zu beschreiben, die wir als schlechte Eigenschaften ansehen – in der Psychologie allerdings ist diese Zuschreibung eher gleichzusetzen mit „sehr bösartig, gefährlich und schädlich“. Entweder für einen selbst, oder aber das persönliche Umfeld. Der konkrete Fall ist das in der Regel bei „Hobbys“, die schon längst nicht mehr als das betrachtet werden können, sondern bereits unter die Süchte fallen.

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