Nur keine Angst vor seinen Freunden

In den Freundeskreis des Schwarms aufgenommen zu werden, ist wie ein Ritterschlag. Denn wenn die engsten Vertrauten uns ihren Segen geben, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Außer natürlich, wir sind so nervös, dass wir uns daneben benehmen

“Hoffentlich mögen dich meine Freunde”, sagt sie und bei ihm gesellt sich zur Vorfreude eine Prise Panik. Was, wenn sie ihn nicht mögen? Was, wenn er sie nicht mag? In der Kennenlernphase gilt der erste gemeinsame Besuch eines Möbelhauses als Prüfstein einer gemeinsamen Zukunft. Ebenso wie der erste gemeinsame Urlaub. Dabei ist das aber alles harmlos, verglichen zur ersten Einladung auf eine Party, die der Freundeskreis des Schwarms organisiert hat. Da werden sie nämlich alle sein, die besten Freundinnen, die Geheimnisträger, die Abgeblitzten und die Ex-Partner. Sie werden jede Bewegung mustern, jedes Wort auf die Waage legen und am Ende eine Entscheidung treffen. Alle werden ein Urteil fällen und das werden sie vermutlich nicht für sich behalten. Wenn das nicht zurecht nach Panik klingt.

Warum wir auf das Wissen der Freunde eifersüchtig sind

Die Freunde eines neuen Kontaktes haben uns gegenüber einen gewaltigen Wissensvorsprung. Sie haben nämlich unsere Vorgänger kommen und gehen gesehen. Sie kennen Beuteschema und Trennungsgründe unseres Schwarms. Wir haben noch nicht “Hallo, ich heiße …”, sagen können, da wurden wir bereits in eine von drei Schubladen gepackt: “Name muss ich mir merken”, “Name höre ich nie wieder” und “Oh! Mein! Gott!” Wobei “Oh! Mein! Gott!” So viel bedeutet wie: “Bingo! Darf ich das behalten, wenn du es nicht willst?” Nur mal kurz zum Realitätsabgleich: In diese Schublade gepackt zu werden, geschieht so häufig wie ein Lottogewinn und sorgt genau wie dieser nur kurzzeitig für Freude, danach verursacht er vor allem Ärger, Neid und Missgunst. Wer sich jemals – selbstverständlich NACH der Beziehung oder dem Ende der Kennenlernphase – mit einem Freund oder Freundin des Schwarms eingelassen hat, weiß, wie das endet. In einer Schlangengrube aus unbarmherzigen Wünschen. Deshalb ist äußerste Vorsicht geboten: Jedes Wort könnte eine Landmine sein. Wer den falschen Eindruck hinterlässt, ist raus aus dem Spiel. Niemand wird in der ersten Krise zum neuen Schwarm halten, wenn alle Freunde den Daumen runter markieren.

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