„Machst du schon wieder Drama?“ Über emotionale Balance in Beziehungen

Wenn einer klammert und der andere „keine Arme“ (also nicht das Vermögen zur Umarmung) hat, dann sind das ungünstige Voraussetzungen für ein Paar. Ich weiß heute, dass ich Schwierigkeiten habe, emotionale Distanz auszuhalten, denn mir fehlt dazu das nötige Vertrauen. Aber das zu wissen hilft schon und noch besser ist es, es auch zu sagen. Mein nächster Partner wird jemand sein, der keine Angst davor hat, Nähe zuzulassen. Was zum Beispiel heißt, nach einem Liebes-Wochenende nicht einen Streit vom Zaun brechen zu müssen – nur weil er nicht liebevoll sagen kann, dass er eine kleine Pause braucht.

Ich weiß jetzt auch, dass ich jemanden an meiner Seite möchte, der zuverlässig ist; und dem Loyalität genauso wichtig ist wie mir. Wenn diese beiden Parameter stimmen, kann ich ohne Ende Freiheit schenken. Humor ist mir ebenso wichtig, denn diese Eigenschaft gleicht so manches aus, eine kleine Turbulenz beruhigt sich rasch, wenn man über sich selbst lachen kann und nicht nachtragend ist. Mein Ex hat bei jeder Gelegenheit aufgerechnet. Ich hatte am Ende das Gefühl, auf Bewährung zu sein.

Balance in der Beziehung heißt, beide Partner sorgen für sich selbst – und für den anderen. Natürlich gelingt das nicht immer, aber man kann es üben und dabei lernt man sich selbst und den anderen immer besser kennen. Und wenn es überwiegend gut läuft, wird die Liebe dabei intensiver und gefestigt. Übrigens: ein gepflegter Streit kann unter diesen Vorzeichen ganz erfrischend sein.

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