Lügen haben schöne Beine

Warum Frauen die besseren Realitätsverdreher sind

Es gibt eine Sache, die wir noch vor dem Lesen, dem Schreiben und dem Rechnen lernen. Eine Fähigkeit, die wir uns aneignen, bevor wir im Kindergarten in der Lage sind, einen Kreis mit Buntstiften auszumalen, ohne über den Rand zu kritzeln. Ein mächtiges Werkzeug, das wir im Zusammenspiel von Fantasie und strategischem Denken zu bedienen lernen, um unser Gegenüber glauben zu lassen, was uns gerade beliebt und die Dinge in unserem Sinne zu lenken, wenn uns die Realität gerade nicht so in den Kram passt, wie sie sich ganz nüchtern betrachtet darstellt.

Wir alle tun es, jeden Tag und in jeder wie auch immer gearteten sozialen Beziehung: Wir lügen. Ich auch. Frech oder vorsichtig. Dramatisch oder dreist. Geschickt oder unverhohlen. Gerissen oder dumm. Die Gründe, sich einer Lüge zu bedienen, sind so vielfältig wie die Facetten eben jener Persönlichkeit, die sich zur Lüge entscheidet. Gerade auf einer zwischenmenschlichen Ebene wird beinahe jeden Tag eine kleinere oder größere Unwahrheit in die Gespräche eingeflochten: Nämlich dann, wenn es um die Liebe geht.

Frauen lügen meistens schöner

Und weil sich Männer und Frauen nicht nur darin unterscheiden, auf welche Art sie ihre Pullover ausziehen, Konflikte lösen, oder die eigene Performance im Bett bewerten, finden sich auch auf dem breiten Feld der Lüge typisch weibliche und typisch männliche Varianten in der Ausführung. Von den kleinen Alltagslügen, die als Schmiermittel für die vielen Zahnräder einer Liebesbeziehung dienen, unterscheiden sich die großen, egoistisch motivierten Lügen, die dem Selbstschutz, der Harmoniesuche und vor allem der vollständig beabsichtigten Täuschung dienen.

Frauen lügen meistens schöner. Das mag an der ausgeprägteren Fähigkeit liegen, sich in das Gegenüber hinein zu versetzen. Die Grundvoraussetzung einer gelungenen Lüge ist der wiederum gelungene Versuch, sie als Wahrheit zu verkleiden. Eine Lüge muss geglaubt werden. Und dafür muss man wissen, was das Gegenüber wahrscheinlich noch lieber hören würde, als die oft so unbequeme Wahrheit.

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