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Lasst uns ohne Vorwürfe auseinander gehen

Leonard Anders erinnert sich an eine schmerzhafte Trennung und wie falsch er damals reagiert hat. Seine Erkenntnis heute: Es ist nicht sinnvoll, seinem Ex-Partner eine „Diagnose“ anzudichten

Ich mag meine Ex mittlerweile wieder und ich mag mich. Ich kann verstehen, was da abging, als sie verzweifelt um ihr Recht kämpfte. Sie wollte etwas von mir haben, das ich ihr nicht geben wollte, wahrscheinlich nicht geben konnte. Denn ich wollte mich gesehen fühlen. Ich sah meine Bedürfnisse an vorderster Stelle. Ich war nicht in der Lage, mich in sie einzufühlen. Und dann trennten wir uns.

Sie hatte Angst, mich zu verlieren. Sie hatte Angst, dass ich sie betrügen könnte. Sie war sich selber nicht genug und übertrug das auf mich. Ich wollte mich nicht unter Druck setzen lassen. Ich wollte nicht auf sie eingehen. Ich bestand auf mein Recht.

Es war vor zehn Jahren. Es war kurz vor Weihnachten. Ich hatte meine Arbeit von Montags bis Freitags, Wochenende frei, sie hatte ihre Schule (sie machte Abitur) und ihren Nebenjob. Sie fragte, ob es mir was ausmache, wenn sie alle Feiertage arbeiten würde, und jeden Morgen zum Frühstück kommen könnte.

Ich fand das einerseits schade, respektierte aber ihren Wunsch, immerhin gibt es an Feiertagen wegen Zuschlägen das Doppelte. Dann fragte sie mich, wie ich meine Abende rund um Heiligabend gestalten würde. Einmal hatte ich vor, mit meinen Eltern und meiner Schwester Zeit zu verbringen. Und dann wollte ich einen Abend mit meiner Ex-Freundin verbringen.

Sie reagierte – wie erwartet. Sie wollte das nicht, mehr noch, sie drohte mir gleich an, sich von mir zu trennen, sollte ich mich mit meiner Ex-Freundin treffen. Es folgten Vorwürfe. Ich warf ihr Egoismus vor. Sie warf mir Gefühle für meine Ex vor.

In Ihrer Welt traf man sich nicht mit der Ex. In meiner Welt kann man mit Ex-Freundinnen befreundet sein. Sie hatte große Angst davor mich zu verlieren, immerhin war meine Ex schlank, während sie ein paar Kilos zu viel hat.

Ich aber liebte meine jetzige Freundin so, wie sie ist, während ich für meine Ex nur freundschaftliche Gefühle hegte. Doch das glaubte mir meine Freundin nicht. Ihr Ex hatte sie betrogen, mit seiner Ex – da war es fast schon sinnbildlich, dass sie denken musste, ich würde das auch tun. Und sie wollte auf keinen Fall die gleiche Erfahrung nochmal machen. Anstatt auf sie einzugehen, knallte ich ihr nur die Frage hin: „Was kann ich dafür, dass dein Ex so ein Arschloch war?“

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Über den Autor/die Autorin

Leonard Anders

Im Jahr 2015 wurde bei Leonard Anders eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Kurz nach seiner mittleren Reife hatte er seinen ersten Zusammenbruch und mit ihm begann eine wahre Odyssee. Er war fast ein Jahr durchweg in der Psychiatrie, überlebte drei Suizidversuche, war obdachlos und kämpfte sich von ganz unten wieder nach oben. Nach erfolgreicher Aufarbeitung seiner verletzten inneren Kindanteile arbeitet Leonard Anders heute als Coach und Lebensberater und hilft Menschen dabei, ihre Glaubenssätze und Trigger aufzulösen.